Komplexität

Ist das Leben kom­pliziert? Ist es nicht, son­dern kom­plex. Doch die schein­bare Wider­sprüch­lichkeit von Gle­ichzeit­igkeit und Asym­me­trie verun­sichert die Men­schen. Naja, eigentlich nicht sie, son­dern ihr Ego.

Augenhöhe

Das große Prob­lem viel­er Men­schen beste­ht darin, dass sie dieses ominöse ‚Ich’ zu schützen ver­suchen.

Die Schwierigkeit beste­ht nur darin, dass sie es nicht in seinem ursprünglichen Zusam­men­hang sehen, son­dern mit ganz anderen The­men assozi­ieren.

Liebe und Hass

Men­schen kön­nen has­sen und sie kön­nen lieben. Dabei sind die Gefüh­le, die sie nach außen hin zeigen, nichts anderes als das Bild, das sie von sich selb­st haben.

Wirklichkeit

Die Wirk­lichkeit zu erken­nen heißt nicht, sie zu studieren, son­dern ihre Schön­heit zu erken­nen und in ihr Frieden zu find­en. Doch das ver­langt auch, sie zu ergrün­den.

Haltung

Was unter­schei­det einen Killer von einem Kyu­do-Schützen? Erst ein­mal nichts.

An ihren Hand­lun­gen sind sie nicht zu unter­schei­den, wohl aber in ihrer Hal­tung gegenüber dem Leben.

Verständnis

Das Uni­ver­sum zu ver­ste­hen heißt nicht, es kon­trol­lieren zu kön­nen, son­dern die darin liegen­den Poten­ziale und Möglichkeit­en zu nutzen. So ist es mit allem.

(Auf-) Lösung

Viele Men­schen sind gefan­gen in dem Hin- und Her zwis­chen Glück und Unglück, zwis­chen Erfolg und Mis­ser­folg, zwis­chen Anerken­nung und Ablehnung. Bis sie erken­nen, dass sich das Dilem­ma in einem drit­ten, ver­söh­nen­den Prinzip auflöst.

Realismus

Um sich ‚Real­ist‘ nen­nen zu kön­nen, müsste man sehen kön­nen, was wirk­lich ist — und keine Inter­pre­ta­tion davon.

Kraft der Gedanken

Die Kraft der Gedanken birgt wie jede Kraft das Poten­tial der Macht in sich. Doch solange wir ihr keine Ori­en­tierung und kein Ziel geben, ihr keinen wahrhafti­gen Sinn ver­lei­hen, solange ver­weigern wir uns ihr entwed­er oder sie wird zur destruk­tiv­en, zer­störerischen Macht.

Vollkommen sein

Vol­lkom­men zu sein darf nicht als Per­fek­tion­is­mus inter­pretiert wer­den, son­dern als das Streben nach dem besten Ich, das ich sein kann.

Bestürzend

Die Men­schen schlafen solange sie leben. Erst in ihrer Todesstunde erwachen sie.‘ Es ist bestürzend, wie sehr dieser Satz aus 1001 Nacht zutrifft.

Inhalt und Form

Viele beschäfti­gen sich mit der Frage, warum sie sind wie sie sind, also dem Inhalt, statt ein­fach zu fra­gen, wie sie gestrickt sind, also nach der Form zu fra­gen.

Anpassung

Die Fähigkeit sich an seine Leben­sum­stände anzu­passen und mit ihnen zu arrang­ieren macht den Men­schen über­lebens­fähig wie ver­führbar.

Sinnfrage

Es ist müßig sich zu fra­gen,
warum es uns Men­schen gibt.

Fest ste­ht, es gibt uns,
genau­so ste­ht fest,
dass das irgen­deinen Sinn hat.

Wir ken­nen diesen Sinn nicht,
leben wir jedoch im Ein­klang mit allem,
nichts von dem ignori­erend, was wir wis­sen,
wird sich uns dieser Sinn offen­baren.

Worte und Sinn

Je mehr Worte ich finde,
desto mehr ent­gleit­et mir,
was ich auszu­drück­en suche.

Doch ohne Worte hört mich nie­mand,
und ich kann kaum etwas ver­mit­teln.

Sprache und Welt

Sprache ist ein Abbild der Wahrnehmung,
und bed­ingt sie gle­icher­maßen.

Ich bewege mich nicht in der Welt wie sie ist,
son­dern in der Welt wie ich sie sehe und aus­drücke.

Meine Sprache und meine Wahrnehmung
sind das Gefäng­nis, in dem ich mich befinde
und das es zu über­winden gilt.

Folgen

Man muss nicht wis­sen,
warum es etwas Falsches gibt
noch muss man wis­sen,
wohin das Richtige einen führen wird.

Entschei­dend ist,
dem als richtig Erkan­nten
kon­se­quent und ohne Zögern zu fol­gen.

Selbstüberwindung

Über­winde deine Äng­ste,
suche dich nicht zu vertei­di­gen,
es sei denn, du wirst kör­per­lich ange­grif­f­en.

Vertei­di­ge dich nicht gegen Angriffe,
die nur in deinen Gedanken stat­tfind­en.

Es gibt kein größere Tragödie,
als einen Feind zu haben,
der nur in dein­er Vorstel­lung existiert.

Über­wind­est du diese Äng­ste,
wirst du frei sein um zu sein,
was du bist.

Betrachtung

Ich kann nichts reflek­tiv betra­cht­en,
ohne ihm Eigen­schaften zuzuweisen,
die es tat­säch­lich nicht hat.

Das einzig Wirk­liche,
das ich wahrnehmen kann,
ist die Bewe­gung der Phänomene.

Doch sobald ich das bewusst tue
und sobald ich zu wis­sen glaube,
mache ich es zu etwas,
das es nicht ist.

Soli deo gloria

Wie auch immer wir das Göt­tliche ver­ste­hen,
das über unsere irdis­che Exis­tenz hin­ausweist
so macht es uns doch gle­icher­maßen aus.

Ihm alleine widme ich mein ganzes Tun
genau­so, wie ich ihm mein Leben wei­he.

Nur so kann ich ganz bei mir selb­st sein.

Doch das kann ich nur,
wenn ich erkan­nt habe,
was ich bin.

Tiefer gehen

Es geht nicht darum, das ‘Richtige’ oder ‘Falsche’, das ‘Gute’ oder ‘Böse’ zu ergrün­den, son­dern es geht darum, das über­ge­ord­nete Prinzip zu erfassen.

Nichts ist zu tun

Zen inter­essiert sich nur für das,
was nicht im Ein­klang mit der Welt ist.

Hat man das in diesem Sinne ‘Falsche’
hin­ter sich gelassen, ist alles getan.

Wozu dann noch über ‘richtig’ oder ‘falsch’ reden,
oder noch schlim­mer, darüber disku­tieren?

Über das ‘Richtige’ braucht man nicht zu reden,
denn es existiert nur zusam­men mit dem ‘Falschen’

Einsicht

Das Para­dox­on, dass es eine Welt innen und eine Welt außen zu geben scheint, ist nur eine Folge unser­er Wahrnehmung, die uns aber keine absolute Wahrheit erken­nen lässt.

Wo es anfängt

Alle unsere inneren und äußeren Kon­flik­te, ob es die kleinen oder die großen sind, sie alle haben ihren Ursprung alleine in unserem falschen Ver­ständ­nis von uns selb­st.

Wahrheit

Was den Men­schen ket­zerisch oder ver­rückt zu sein scheint, ist manch­mal nichts als das, was sie nicht zu ver­ste­hen bere­it sind.

Geist

Es kommt nicht darauf an, was du selb­st oder andere über dich denken. Es kommt alleine darauf an, wie du bist. Doch das nimmt seinen Anfang in dem, was du denkst.

Wollen oder sein

Es hat wohl nichts mit meinem Alter zu tun, aber je älter ich werde, desto mehr ver­liere ich das Bedürf­nis, etwas sein zu wollen und umso mehr will ich sein, was ich bin.

Einmalig

Wir soll­ten damit begin­nen aufzuhören, Pri­vates und Beru­flich­es voneinan­der zu tren­nen. Es gibt uns näm­lich nur ein­mal in der Welt, dem Kos­mos und dem Leben.

Demut

Ist mein Selb­stver­ständ­nis das, dass ich mich in der Welt zu behaut­en suche oder bin ich mir bewusst, dass durch mich etwas in die Welt gebracht wer­den will?

Gedanken

Es ist ehren­wert, die Gedanken der Philosophia peren­nis zu studieren. Aber inef­fek­tiv. Man muss sie prak­tizieren.

Inhalt und Form

Form und Gestalt des Glases 
ver­lei­hen dem Wein
Gestalt und Aus­druck,
brin­gen ihn zur Gel­tung
oder nehmen ihm den Kör­p­er.

Ein schönes, wohlge­formtes Glas
kann unreifem Wein nicht helfen;
guter Wein kann sich nicht ent­fal­ten,
har­mon­isiert er nicht mit dem Glas.

Form und Inhalt existieren jed­er für sich,
sie bedin­gen sich nicht unmit­tel­bar.

Doch sie sind untrennbar Eines,
erst im vol­len­de­tem Ein­klang
ent­fal­ten sie ihr innewohnen­des Poten­tial.

Angst

Es ist das Gewaltige, das die Men­schen ahnen, was sie aber ängstigt und vor einem Weg der vol­lkomme­nen Bewuss­theit zurückschreck­en lässt.

Bereit?

So lange wir nicht bere­it sind, alles aufzugeben und uns etwas, egal was auch immer, bewahren wollen, wer­den wir die Illu­sion nicht ver­lassen kön­nen und nicht erfahren, was das Leben uns zu bieten hat.

Ordnungen

Alles ist bed­ingt und fol­gt dem Prinzip
von Ursache und Wirkung,
darum bist du an dem richti­gen Platz,
du musst ihn nur annehmen.

Du musst diesen Platz ein­nehmen,
willst du dein Leben neu aus­richt­en,
nur so wirst du die Ori­en­tierung find­en,
die du suchst und brauchst. 

Weil alles das in sich dif­feren­ziere Eine ist,
folge nur der Bewe­gung des Kos­mos,
dann fol­gst du auch dir selb­st;
nur so wirst du wesentlich und wahrhaftig.

Die Bewe­gung des Kos­mos
ist eine Bewe­gung im Geist,
daher versenke dich in den Geist,
damit du ihm fol­gen kannst. 

Deinen Weg find­est du nicht im Eige­nen,
son­dern nur im Absoluten,
an ein eigen­ständi­ges Selb­st zu glauben
ist eine Illu­sion und ein Irrweg.

Also strebe nach Vol­len­dung,
statt etwas sein zu wollen.

Und Sie?

Es ist inter­es­sant sich ein­mal klar darüber zu wer­den,
was man von sich und über sich selb­st glauben muss,
um so weit­er zu machen wie bish­er.

Wichtiges

Was wichtig ist im Leben, ist üblicher­weise eine Frage des Kon­text. Was ist aber wirk­lich wichtig — ganz ohne Kon­text?

Absicht

Die Frage ist nicht ob ein Han­deln oder Ver­hal­ten richtig oder falsch ist. Entschei­dend ist, was man damit beab­sichtigt.

Erfahren

Wahrheit kön­nen wir nur selb­st erfahren. Doch dazu müssen wir bere­it sein auch genau das zu tun: Die Welt erfahren.

Lassen

Wir müssen aufhören Dinge zu erk­lären zu suchen, denn damit stellen wir uns über sie. 

Stattdessen müssen wir danach suchen sie zu erfahren, sie zu erleben, sie in uns aufzunehmen, um sie in ihrem Wesen zu erken­nen, denn nur so bleiben wir auch geistig und seel­isch mit ihnen ver­bun­den.

Im Ver­ste­hen-Wollen tren­nen wir uns von ihnen.

Leben und Tod

Sobald uns bewusst wird,
das wir ster­ben müssen,
klam­mern wir uns an unser Leben,
als gäbe es den Tod nicht.

Doch ohne Tod gibt es kein Leben.

Der Anfang

Bevor du deinen Weg im Leben gehen kannst, musst du wis­sen, von wo aus du startest und wohin die Reise geht. Es ist wichtig, dabei nicht nach einem ‘warum’ zu fra­gen.

Gedanken

Bevor wir uns mit den Gedanken ander­er beschäfti­gen, soll­ten wir uns erst ein­mal bewusst wer­den, was wir selb­st denken.

Geschichten

Willst du wis­sen, was wirk­lich ist, dann hüte dich vor den Geschicht­en, die du dir selb­st erzählst und dabei allzu leicht für die Wahrheit hältst.

Meditation

Die effek­tivste Art der Med­i­ta­tion ist jen­seits ein­er Form deinen Geist klar wer­den zu lassen und dich in ihn zu versenken.

Wege

Der eigene Weg ist nichts Gegebenes, es ist der Weg, den jed­er für sich im Geist erken­nen kann und zu gehen bere­it ist.

Den Weg gehen

Wer den Weg des Zen gehen möchte, muss die eigene Vorstel­lung von der Wirk­lichkeit aufgeben.

Doch das bedeutet nicht, einem anderen glaubend zu fol­gen, son­dern mit sein­er Hil­fe zu unter­suchen, was man als wirk­lich erken­nen kann.

Leerheit erfahren

Unter­suchen, was wirk­lich ist. Nicht anhaften, kein­er Mei­n­ung und keinem Gefühl fol­gen. Vol­lkommene Offen­heit gegenüber der erkennbaren Wirk­lichkeit. So sind wir in der Lage zu erfahren, dass die Skand­has leer sind.

Konzepte

Das wichtig­ste Konzept ist, sich keines Konzeptes zu bedi­enen.

Son­dern zu unter­suchen, was man wirk­lich wis­sen kann.

Wahrheit

Es gibt eine Wahrheit, die sich in unser­er Exis­tenz zeigt. Jed­er ist aufgerufen, dies in sein­er eige­nen Wirk­lichkeit zu erken­nen.

Bedingung

In ein­er Welt, in der alles bed­ingt ist,
bedeutet sich zu entschei­den,
die Bedin­gun­gen zu wählen,
denen man sich unter­stellt.

Oder man gestal­tet sie.

Zen praktizieren

Zen zu prak­tizieren heißt. statt die Wirk­lichkeit oder eine Wahrheit im Außen erken­nen zu wollen, die eigene innere Wirk­lichkeit zu ergrün­den, denn es ist die einzige Wahrheit, die für uns existieren kann.

Die Entscheidung, die jeder für sich trifft

Man kann einem Men­schen nichts beib­rin­gen,
was der nicht sel­ber wis­sen will.

Das ist die Frei­heit des Men­schen,
aber auch das große Dilem­ma,
in dem viele fest­steck­en.

Entwed­er,

sie fol­gen blind, nicht wis­send,
dass es auch anders gin­ge,

oder

sie tra­gen die Ver­ant­wor­tung für ihr Tun.

Selbstbild

Viele Men­schen wollen ihr Leben ändern.

Doch dazu müssten sie ihre Per­sön­lichkeit ändern.

Um ihre Per­sön­lichkeit ändern zu kön­nen,
müssten sie das Bild von sich selb­st ändern kön­nen.

Doch dazu müssten sie eine andere Lebens­geschichte
von sich selb­st ken­nen oder krei­ieren kön­nen.

Das aber würde bedeuten, die Erk­lärun­gen, die sie für die
Ereignisse in ihrem Leben gefun­den haben,
infrage stellen und aufgeben zu müssen.

Doch davor haben sie Angst.

Denn wer wer­den sie sein, wenn sie nicht mehr der sind,
für den sie sich bish­er gehal­ten haben?

Sprache

Sprache ist mehr als Aus­druck;
sie ist sowohl Syn­onym des Ver­standes­denkens
wie der Raum unser­er Wirk­lichkeit.

Bei­des lässt sich nicht von einan­der tren­nen.

Tod und Hoffnung

Tod, wenn du kommst,
möchte ich dich begrüßen kön­nen
wie einen ver­ständ­nisvollen Fre­und,
der mich in ein neues Land begleit­et,
mir hil­ft, mich einzu­lassen auf das Unbekan­nte.

Zu sich kommen

Zen fordert dich auf, zuerst hinab zu dir selb­st zu steigen, dich aus allen Anhaf­ten­den zu lösen, bevor es dich empor trägt zum Gipfel des Absoluten.

(Selbst-) Erkenntnis

Antworten auf der Suche nach Selb­sterken­nt­nis find­en wir wed­er in Poli­tik, Gesellschaft oder Reli­gion. Wir kön­nen sie nur in uns selb­st find­en — wenn wir uns dabei nicht selb­st auf den Leim gehen.

Existenz

Wir suchen nach Sinn,
weil wir ihn nicht erken­nen kön­nen.

Dabei ist er in unser­er Exis­tenz imma­nent,
ganz ein­fach, weil, wir existieren.

Ergründen, was ist

Zen zu prak­tizieren heißt. statt die Wirk­lichkeit oder eine Wahrheit im Außen erken­nen zu wollen, die eigene innere Wirk­lichkeit zu ergrün­den, denn es ist die einzige Wirk­lichkeit, die für uns existiert.

Wahrhaftig leben

Wir kön­nen wed­er etwas ler­nen noch etwas erre­ichen, weil es uns durch unsere Exis­tenz gegeben ist. 

Das Einzige, das es zu tun gibt, ist dem Absoluten als unserem eige­nen Wesen Raum in unserem Sein zu gewähren — durch ein wahrhaftiges Leben.

Heimkehr

Du suchst nach Befreiung,
doch von was? 

Du willst dich von dem Falschen befreien,
das dein Leben bes­timmt,
doch ist das nicht genau der Luz­ifer,
von dem so oft die Rede ist,
dem, der von Gott abge­fall­en ist?

Du suchst Luz­ifer in Anderen,
doch ist er nicht auch in dir,
so wie in den anderen auch? 

Doch Luz­ifer, so sein Name,
trägt auch das Licht in sich,
so wie das Licht die Dunkel­heit offen­bart. 

Bist du bere­it mit Luz­ifer zu tanzen,
dem gefal­l­enen Engel,
um ihn heim zu brin­gen,
so wie das Dun­kle zum Hellen,
das Geteilte zum Einen,
dor­thin, wohin es auch dich zieht?

Sinnsuche

Du suchst Sinn in deinem Leben,
doch wo kön­ntest du ihn find­en?

In dein­er Geschichte?
Dem, was du gewor­den bist?
Oder wer­den kön­ntest?
In deinen Gedanken und Gefühlen?
Ein­er inneren Schau, ein­er Vision?
Oder etwas Übersinnlichem?

Den Sinn unseres Lebens
find­en wir nur im Leben an sich
und damit in dem,
das über uns hin­aus weist:

Im Absoluten.

Und weil wir selb­st eins mit ihm sind,
kön­nen wir diesen Sinn allein
in unserem eige­nen Leben find­en.

Das ist die große Her­aus­forderung,
denn es ver­langt von uns,
uns von allen Anhaf­tun­gen,
Iden­ti­fika­tio­nen
Iden­ti­fizierun­gen
und falschen Ansicht­en
zu lösen.

Mensch werden

Wie lange wird es noch dauern, bis die Men­schen als Gesellschaft ihre ‚wahre‘ Natur nicht in ihrer Indi­vid­u­al­ität, son­dern in ihrem Men­sch­sein zu erken­nen in der Lage sein wer­den?

Erkenntnis

Wir sind so auf uns und unser eigenes Tun fix­iert, dass wir uns sel­ten darauf ein­lassen, wie andere es tun, um es in uns zu ver­i­fizieren.

Liebe

Wir soll­ten nicht medi­tieren, so lange sich unser Geist nicht aus allen Anhaf­tun­gen befre­it hat — und wir soll­ten dann auch nicht glauben wahrhaftig lieben zu kön­nen, denn was ist Liebe ohne Med­i­ta­tion, ohne Tiefe?

Sein, der man ist

Wer ein­mal erkan­nt hat, dass es nicht darum geht etwas zu wer­den oder zu erre­ichen oder auf eine bes­timmte Weise zu sein, der ist frei der zu sein, der er ist.

Präsenz

In der Präsenz, der Phänom­e­nal­ität und dem darin zum Aus­druck kom­menden impliziten Wis­sen sind Innen und Außen eins.

Mehr als Eines

Wir sind wie Eiss­chollen im Meer,
ohne eige­nen Willen,
der Strö­mung des Lebens aus­ge­set­zt,
ohne Ein­fluss auf den Lauf der Dinge,
und doch bedin­gen wir,
was geschieht;
mit uns und allem um uns herum.

Doch wie die Eiss­cholle sind wir
Teil eines Ganzen,
das ein­er Dynamik fol­gt,
die den einzel­nen Aspekt
sel­ten selb­st zu erfahren in der Lage ist.

Darum müssen wir uns fra­gen,
sind wir Aspekt des Einen
oder Eines im Gegen­satz zum Anderen?

Kraft der Vision

Nur die Lei­den­schaft ein­er Vision gibt uns die Kraft, uns wie Münch­hausen am eige­nen Schopf aus dem selb­stan­gerichteten Schla­mas­sel unseres Lebens her­auszuziehen.

Wirklichkeit

Wirk­lichkeit’ ist wed­er das, das wir zu sehen glauben noch eine meta­ph­ysis­che Vorstel­lung, son­dern alleine das, dessen wir uns sich­er sein kön­nen.

Rahmen

Kul­tur kann man nicht wollen. Sowenig wie Ästhetik, Authen­tiz­ität oder Kreativ­ität.

Aber man kann die Rah­menbe­din­gun­gen dafür schaf­fen.

Identität

Stets suchen wir nach Erk­lärun­gen und Begrün­dun­gen unseres inter­nalen Welt- und Selb­st­bildes — also unser­er Iden­tität.

Sel­ten aber fra­gen wir uns, ob dies auch der Real­ität entspricht.

Ziele begrenzen

Die meis­ten Men­schen sind so sehr auf das Erre­ichen von ein­deuti­gen Zie­len fix­iert, dass sie nicht bere­it sind sich mit etwas zu beschäfti­gen, das ihre Vorstel­lung über­steigt.

Gewahrsein

Wenn du nichts mehr suchst, bist du auf dem Weg. Soll Bod­hid­har­ma gesagt haben. Ist auch logisch. Wozu suchen, was schon da ist?

Selbsterkenntnis

Wie kön­nen wir erfahren, was wirk­lich ist
und vor allem, wer wir selb­st sind,
was unsere wahre Natur ist? 

Im Außen wer­den wir es nicht find­en,
in kein­er Philoso­phie, kein­er Überzeu­gung;
allein in uns selb­st kön­nen wir die Wirk­lichkeit erken­nen.

Wollen wir wis­sen, wer wir sind,
wird uns dies nie­mand sagen kön­nen,
wir sind vol­lkom­men zurück­ge­wor­fen auf uns selb­st,
weil alles, was wir bish­er im Außen erlebten,
nur in uns selb­st existiert.

Verstehen

Die einzige Beschränkung in unserem Ver­ständ­nis des Kos­mos die es gibt, ist unsere Bere­itschaft anzuerken­nen, dessen wir gewahr sind.

Zen-Weg

Der Zen-Weg ist kein Entwick­lungsweg, son­dern ein Prozess­weg. 

Da gibt es nichts, was zu entwick­eln wäre, weil alles vol­len­det vorhan­den ist. Also geht es stets nur darum, zu sein, was man ist. Und das ist eben ein Prozess.

Es geht also nicht darum, etwas zu ler­nen, son­dern darum, etwas zu tun.

Eins mit der Welt sein

Zen zu prak­tizieren bedeutet nicht, der Welt  zu entsagen oder sich aus ihr zurück­zuziehen. Vielmehr bedeutet es, sich ganz auf die Welt einzu­lassen, ohne Vor­be­halt, ohne Absicht.

Lebenswege

Nur wer alle Ebe­nen des Lebens von den tief­sten Tiefen bis hin­auf zu den höch­sten Höhen ergrün­det und jede einzelne in sich bewahrt hat, ver­mag wahrhaftig zu leben.

Fähigkeit

Es geht nicht um ein Mehr an Wis­sen, als uns bewusst ist, son­dern darum, dass wir zu mehr befähig sind, als uns bewusst ist.

Vollendung

In der Schön­heit des Seins,
erkennst du das Wesen der Vol­len­dung.

Darum strebe nach Vol­len­dung,
die nichts anderes ist
als die Natur des Kos­mos,
das Schöne, Gute und Wahre.

Immer wieder

Du fragst dich, wer du bist.

Nach einiger Zeit find­est du eine Antwort darauf.

Doch nach ein­er Weile wird diese Ein­sicht brüchig, stellt sich als unbe­friedi­gen­den oder unvoll­ständig her­aus.

Also stellst du dir wieder von neuem die Frage, wer du bist.

Und du wirst wieder eine Antwort find­en.

Die Fra­gen wer­den sub­til­er, die Antworten dif­feren­ziert­er und kom­plex­er.

Doch nie wird dich eine Antwort auf Dauer zufrieden­stel­lend kön­nen.

Irgend­wann fragst du dich, ob dieses Suchen, dieses Fra­gen denn nie eine Antwort bekom­men wird, die dich auf Dauer zufrieden stellen kön­nte.

Bis du die Suche nach ein­er Antwort aufgib­st.

Dann wirst du die Antwort erken­nen in dem, was ist.

Du wirst erken­nen, dass es genau das ist, weil es eben genau so ist, wie es ist.

Dann wirst du aufhören einen Grund für das zu suchen, was ist, und stattdessen annehmen, was ist und genau darin die Antwort erken­nen, die du schon immer gesucht hast.

Nichts ist bedingt, nichts ist unbedingt

Alles ist Aspekt des Einen,
ohne das es nicht sein kann.

Das ist der Geschmack des Lebens.

Jedes Ding ist Aspekt des anderen,
ohne das es nicht existieren würde.

Nicht das Eine bed­ingt das Andere,
son­dern das eine und das Andere
sind eins im Größeren,
das es zu erfahren gilt.

Ziel und Weg

Wir bewe­gen uns nicht auf das Richtige hin, son­dern weg vom Falschen. Und das ist auch stim­mig, weil das Richtige all­ge­gen­wär­tig ist.

Ganzheit

Solange wir das Ganze zu erken­nen nicht in der Lage sind, denken wir in richtig oder falsch, in schön oder hässlich; in vol­lkom­men oder unvol­lkom­men, in so oder so.

Es ist, wie es ist

Nie kön­nen wir wirk­lich glauben zu wis­sen, warum etwas ist, denn das hieße abso­lut und aus­nahm­s­los alles zu wis­sen, was das Ereig­nis bed­ingt hat.

Weihe

Wer sich und sein Leben gewei­ht hat, der muss sein Ego nicht mehr über­winden, denn er hat es bere­its aufgegeben.

Dramen

Die Dra­men in unserem Leben haben ihren Ursprung meist darin, dass wir Bedeu­tun­gen für die Wirk­lichkeit an sich hal­ten.

Das Eine

Wir suchen das Eins-Sein,
doch wir sind Bezo­gen­heit.

Nur im Spiegel des »Nicht-Ich«
über­winden wir die Gren­zen des »Ich«

Erfahrung

Allzu leicht suchen wir die Antwort auf ein »Prob­lem« auf der Ebene, auf der wir es als solch­es erfahren, doch das ist nicht die erste Ursache. Erfahrung ist nie die erste Ursache.

Yin und Yang

Die »helle« und die »dun­kle« Seite unter­schei­den sich nur darin, dass sich die »dun­kle« Seite wie die »helle« Seite von der anderen als ver­schieden erfährt.

Doch sie sind eins, sich gegen­seit­ig bedin­gend. Zu erken­nen, dass dies so ist, ist das eine, den darin liegen­den Sinn zu erken­nen das andere.

Lebenskunst

Wir müssen uns fra­gen, wie wir sind und nicht, wer wir sein wollen; genau­so wie wir uns fra­gen müssen, wie wir leben und nicht, wie wir leben wollen.

Sein, was wir sind

Das Schöne, Gute und Wahre ist nicht außer­halb von uns, es ist der Geist, der auch wir sind. An uns liegt es, ihm in unserem Denken, Han­deln und Sein Raum zu geben.

Weiter gehen!

Alles ist real, also muss man etwas tun.

Alles ist eine Illu­sion, wozu also etwas tun?

 

Der Sturz aus der nor­male Wirk­lichkeit ist noch nicht das Ende der Illu­sion.

Weiter denken!

Logik, Kon­se­quenz, Diszi­plin und Ver­ste­hen zeigen uns immer wieder, was es in unserem Leben noch zu ergrün­den und welche gedankliche Gren­ze noch zu über­winden und welche Erfahrung noch zu machen ist. 

Geist

Wis­sen und Kön­nen schmieden ihn.
Mut und Kraft bewe­gen ihn.
Weisheit vol­len­det ihn.

So versenkt sich der Geist in sich selb­st.

Zen leben

Es kommt nicht wesentlich darauf an,
was wir im Leben erre­ichen wollen
oder welche Posi­tion wir haben und
auch nicht, was wir gel­ernt haben.

Son­dern was für ein Men­sch wir sind;
ob wir mit Lei­den­schaft tun, was wir tun;
gel­ernt haben, für uns zu ste­hen;
unser Leben annehmen, wie es ist;
ohne Angst oder Furcht sind;
unser Leben selb­st ver­ant­worten;
frei und unge­bun­den sind;
eine eigene Mei­n­ung haben und
uns stetig zu ver­vol­lkomm­nen suchen
und — dies an wesentlich­ster Stelle —
für einen höheren Zweck leben.

Allein darauf kommt es an.

Meinungen

Mei­n­un­gen sind Inter­pre­ta­tio­nen von Wahrnehmungen; Wahrnehmungen sind Inter­pre­ta­tio­nen von Wirk­lichkeit.

Daher sollte man nicht allzu viel auf sie geben. Aber man sollte sie haben und bere­it sein, sie jed­erzeit für eine bessere und stim­migere aufzugeben.

Sinnsuche

Die Wirk­lichkeit zu erken­nen nimmt uns den (Lebens-) Sinn, den wir in der Illu­sion zu erken­nen glaubten.

Nicht zu wis­sen, ob sie einen »neuen« Sinn find­en kön­nen, hin­dert die Men­schen, sich darauf einzu­lassen.

Bevor ein Sinn erkan­nt wer­den kann, muss die Angst vor der Leere über­wun­den wer­den.

Kraft des Geistes

Unsere Hal­tung bed­ingt unser Denken,
unser Denken bes­timmt unser Han­deln.

Unser Han­deln lässt uns sein,
unser Sein gestal­tet die Welt.

Alles, was wir in unserem Leben zu erre­ichen ver­mö­gen,
ist in uns begrün­det, in unser­er Präsenz und Per­sön­lichkeit.

Äußere Umstände bewirken nichts direkt,
sie bieten uns nur Möglichkeit­en, die wir nutzen kön­nen.

Was uns im Leben möglich ist,
ist es auf­grund der Kraft unseres Geistes.

Was zu sein uns möglich ist, sind wir nur
im Streben nach Vol­len­dung unser­er selb­st.

Doch zuerst müssen wir uns selb­st ergrün­den,
wis­sen, wer oder was wir sind,
was unser Wesen ist.

Nur dann, wenn wir unsere Wurzeln
im gesamten Kos­mos wiederge­fun­den haben,
wenn wir uns wieder eins wis­sen mit der Welt,
kön­nen wir sein, was wir sind.

Geist des Kosmos

Der Geist des Kos­mos ist mein eigen­er Geist,
darum strebe ich nach geistiger Klarheit.

Das Wesen des Kos­mos ist mein eigenes Wesens,
darum will ich wesentlich sein.

Was in der Welt geschieht, geschieht auch durch mich,
darum will ich in allem wahrhaftig sein.

Das Schöne, Gute und Wahre will ich in die Welt brin­gen,
darum folge ich in allem den Prinzip­i­en.

Ich bin eins mit dem Kos­mos,
darum strebe ich nach dem Ein­klang mit dem Tao,

Ich bin, was ich bin,
darum strebe ich nach Vol­len­dung.

Lebensweg II

Du warst jemand,
hat­test einen Beruf.

Im Ofen bren­nend
Kalen­der aus dieser Zeit
Erin­nerun­gen ver­lieren Halt
erlöschen wie die Glut
und auch, was du warst.

Alles nur Erin­nerung,
nichts Wirk­lich­es,
ohne Sub­stanz.

Was bleibt,
sind die Flam­men,
die dem Jet­zt
Platz schaf­fen.

Tugenden II

Tugend­haft zu sein zeigt mir den Weg,
es lässt mich wesentlich sein.

Tugend­haft zu sein lässt mich das Richtige tun,
so wird mein Han­deln wahrhaftig.

Tugend­haft zu sein hält das Falsche von mir ab,
so kann ich sein, was ich bin.

Freiheit II

Frei kann nur der sein,
der das Spiel des Lebens ken­nt;
heißt,
sich sein­er inneren Struk­tur bewusst ist,
ob auf der ele­mentaren,
der psy­chol­o­gis­chen,
der ratio­nalen,
der sys­temis­chen oder
der kos­mis­chen Ebene.

Spiritualität II

Spir­i­tu­al­ität ist kein hil­fre­ich­es Kri­teri­um zur Unter­schei­dung der Lebensweise eines Men­schen von der ander­er.

Spir­i­tu­al­ität ist das Selb­stver­ständ­nis eines Men­schen, ein Syn­onym dafür, wessen Geistes Kind jemand ist.

Beziehungen

Ist Beziehung die Folge der wech­sel­seit­iger Inten­tio­nen oder ist jede Beziehung ist Aus­druck ein­er kos­mis­chen Bewe­gung, die etwas durch uns zu real­isieren sucht?

Ordnung

Alles ist bed­ingt und fol­gt dem Prinzip
von Ursache und Wirkung,
darum bist du an dem richti­gen Platz,
du musst ihn nur annehmen.

Du musst diesen Platz ein­nehmen,
willst du dein Leben neu aus­richt­en,
nur so wirst du die Ori­en­tierung find­en,
die du suchst und brauchst.

Weil alles das in sich dif­feren­ziere Eine ist,
folge nur der Bewe­gung des Kos­mos,
dann fol­gst du auch dir selb­st;
nur so wirst du wesentlich und wahrhaftig.

Die Bewe­gung des Kos­mos
ist eine Bewe­gung im Geist,
daher versenke dich in den Geist,
damit du ihm fol­gen kannst.

Deinen Weg find­est du nicht im Eige­nen,
son­dern nur im Absoluten,
an ein eigen­ständi­ges Selb­st zu glauben
ist eine Illu­sion und ein Irrweg.

Also strebe nach Vol­len­dung,
statt etwas sein zu wollen.

Kosmisch denken

Wir verse­hen den Kos­mos nicht,
darum ver­ste­hen wir die Welt nicht.
Weil wir die Welt nicht ver­ste­hen,
ver­ste­hen wir das Leben nicht,
und darum ver­ste­hen wir uns selb­st nicht.

Doch weil wir wir sind,
sind wir auch das Leben,
und weil wir das Leben sind,
sind wir auch die Welt.
Und wenn wir die Welt sind,
sind wir auch der Kos­mos.

Warum ver­ste­hen wir dann den Kos­mos nicht,
wenn wir doch eins in ihm sind?

Die Antwort ist ein­fach:
Weil wir uns zu erfahren suchen
und nicht den Kos­mos.

Wende

Wir müssen aufhören, nach dem Grund unsin­ni­gen Ver­hal­tens zu suchen und uns statt dessen ein­fach dem Wahrhafti­gen und Wesentlichen zuwen­den.

Lebenssinn

Unser Leben hat keinen Sinn, den wir find­en im Sinne von definieren kön­nten.

Der Sinn unseres Lebens ist in unser­er Exis­tenz imma­nent.

Kensho

Der direk­te Weg zur Selb­sterken­nt­nis führt über das Ver­ständ­nis und das Begreifen des eige­nen Geistes.

Den Geist zu ver­ste­hen heißt, sich selb­st zu ver­ste­hen.

Wesentlich sein, wahrhaftig sein

Wesen und Wirk­lichkeit des Kos­mos
ist in allem Existieren­den.

Sich dessen bewusst zu sein ist eines,
etwas anderes ist es, es in sich zu wis­sen.

Und es ist wieder etwas anderes,
es im eige­nen Leben zu real­isieren.

Darlegung

Der Meis­ter erk­lärt nichts,
son­dern legt seine Ein­sicht­en dar.

Darum suche nicht zu begreifen,
son­dern suche zu erken­nen,
was er erkan­nt hat.

Sein, was man ist.

Im Streben nach Vol­len­dung
sind Ziel und Weg eins.

Das Ziel ist zu sein,
was man wesentlich ist;
der Weg beste­ht darin,
sich in dem, was man ist,
zu ver­vol­lkomm­nen,
heißt, wesentlich zu sein.

Das Wirken des Tao

Machst du die Prinzip­i­en des Tao zu deinen,
so wirst du das Tao in dir erfahren.

Erfährst du das Tao in dir,
wirst du sein Wirken ver­ste­hen.

Ver­stehst du das Wirken des Tao,
kannst du sein, was du bist.

Namaste!

Acht­est du den Bud­dha im Anderen,
wird er in dir lebendig.

Gehst du den Weg der Vol­len­dung,
erwacht Vol­len­dung in dir.

Versenkst du dich in den Geist des Tao,
wirst du eins im Tao.

Was beküm­merst du dich da noch
mit Widrigkeit­en oder Unzulänglichkeit­en?

Dynamik

Nichts ist richtig, nichts ist falsch,
und doch gibt es das eine wie das andere —
wie kön­nte es son­st gedacht wer­den?

Die Illu­sion ist so wahr wie der Wirk­lichkeit,
die Lüge ist so wirk­lich wie die Wahrheit.

Die einen sagen, das eine bed­ingt das andere,
die anderen sagen, das eine existiert nicht ohne das andere,
oder ist es so, dass das eine das andere her­vor­ruft?

Geist

Alles Existierende hat seinen Ursprung im Geist. Wie kann etwas so Offen­sichtlich­es nur so kon­se­quent ignori­ert wer­den?

Verbundenheit

Ver­bun­den­heit darf nicht als ein Gefühl oder Empathie ver­standen wer­den.

Ver­bun­den­heit ist ein grund­sät­zlich­er Sein­szu­s­tand, der als Bewusst­sein der in sich dif­feren­zierte Ein­heit allen Seins ver­standen wer­den muss. 

Zen-Fragen

Zen gibt uns keine Antworten auf unsere Fra­gen,
son­dern stellt uns Fra­gen,
auf die es Antworten zu find­en gilt,
indem es unsere Fra­gen tran­szendiert.

Zen-Geist

Scharf wie ein Schw­ert
durch­schnei­det er die Illu­sion,
Befind­lichkeit­en oder Mei­n­un­gen
hal­ten ihn nicht auf.

Wie der in das Wass­er gewor­fene Stein
sinkt er sofort auf den Grund,
nichts kann ihn aufhal­ten.

Wie die Sonne erhellt er jeden Winkel,
alles Dun­kle vertreibt er und
schenkt der Welt seine Leben­skraft.

Abgründiges

Der Gipfel kann ohne den Abgrund nicht sein,
der Tod nicht ohne das Leben,
das Schöne nicht ohne das Hässliche.

Und so ist alles Men­schlich­es auch meines.

Folgen

Statt das Richtige tun zu wollen,
suche ich die Dynamik zu erken­nen
und strebe nach dem ver­söh­nen­den Prinzip.

Alles fol­gt dem Tao, auch ich selb­st,
das Eigene ist ohne Bedeu­tung.

Rückkehr

Du suchst nach Befreiung,
doch von was?

Du willst dich von dem Falschen befreien,
das dein Leben bes­timmt,
doch ist das nicht genau der Luz­ifer,
von dem so oft die Rede ist,
dem, der von Gott abge­fall­en ist?

Du suchst Luz­ifer in Anderen,
doch ist er nicht auch in dir,
so wie in den anderen auch?

Aber Luz­ifer, so sein Name,
trägt auch das Licht in sich,
so wie die Dunkel­heit das Licht offen­bart.

Bist du bere­it mit Luz­ifer zu tanzen,
dem gefal­l­enen Engel,
um ihn heim zu brin­gen,
so wie das Dun­kle zum Hellen,
das Geteilte zum Einen,
dor­thin, wohin es auch dich zieht?

Berufung

Eine Rose wird eine Rose,
nicht weil es ihre Bes­tim­mung wäre,
son­dern weil ihr Ursprung eine Rosen­knospe ist. 

Es ist keine Bes­tim­mung,
die die Rose zur Rose macht,
son­dern ihre Wurzeln
machen sie zur Rose.

Meine Wurzeln weiß ich
in der Weite des Kos­mos,
wie in dem, was ist.

Also iegt meine Beru­fung darin,
zu sein, was ich bin.

Wege

Es gibt viele Wege,
die zum sel­ben Ziel führen,
doch nur einen,
den man gehen kann
und gehen muss,
will man das Ziel erre­ichen.

Wurzeln

Eine Rose wird eine Rose,
nicht weil es ihre Bes­tim­mung wäre,
son­dern weil ihr Ursprung eine Rosen­knospe ist.

Es ist keine Bes­tim­mung,
die die Rose zur Rose macht,
son­dern ihre Wurzeln.

Meine Wurzeln weiß ich
in der Weite des Kos­mos,
wie in dem, was ist.

Weisheit

Der Weise beruft sich wed­er
auf Wis­sen oder einen Glauben, 
son­dern auf das, was ist.
 
Und das ist nur das durch Bewuss­theit Erfahrbare.

Wirklichkeiten

Das Prob­lem ist nicht, dass die Men­schen nicht sehen kön­nten, was wirk­lich ist, son­dern dass sie glauben, dass das, was sie erleben, die Wirk­lichkeit wäre.

Reden

Reden über das,
was mich bewegt,
worüber ich nach­denke,
was ich empfinde,
was ich glaube,
was ich denke,
ein­fach alles,
was die Welt für mich ist.

Selbsterkenntnis

Wir kön­nen
unseren Träu­men fol­gen
oder unseren Sehn­sücht­en,
doch deswe­gen wis­sen wir nicht,
was ihr Ursprung ist.

Wir suchen nach Gebor­gen­heit
und nach Sicher­heit
und nach Ver­bun­den­heit,
doch wir glauben nur
zu wis­sen, warum.

Darum gehen wir den Din­gen auf den Grund,
um uns selb­st zu ergrün­den,
um zu wis­sen, warum uns bewegt,
was uns bewegt.

In unser­er Per­son wer­den wir es nicht find­en,
auch nicht in dem, was wir sind,
son­dern allein in unserem Ursprung,
jen­seits von Zeit und Raum.

Wir suchen uns selb­st
in dem, was wir sind,
doch das kön­nen wir nur
jen­seits von Raum und Zeit.

Hindurch gegangen

Unser wahres Wesen,
nie ver­loren und doch
so sel­ten gegen­wär­tig.

Wer dessen gewahr wird
durch­schre­it­en das tor­lose Tor.

Er wird alles gewin­nen
und alles ver­loren haben.

Sein

Zur Ruhe kom­men,
Äußer­lichkeit­en lassen.

Sich ein­lassen
auf das, was ist,
unbe­wegt,
annehmend.

Wahrhaftig sein
und wesentlich.

Nur das.

Bewusst handeln

Erfol­gre­ich­es Han­deln resul­tiert nicht daraus,
dass man etwas zu erre­ichen sucht, son­dern daraus,
dass man sich dessen bewusst ist, was man tut.

Wesentlich

Du fragst dich, wer du bist,
doch es fall­en dir nur Beschrei­bun­gen ein.

Du willst dein wahres Wesen erfahren,
doch wed­er in Gefühlen noch Denken find­est du es.

Du bist dir so selb­stver­ständlich,
doch du ahnst nur, was dich aus­macht.

Du erleb­st dich und die Welt,
doch dein Wesen zu fassen scheint dir unmöglich.

Weil du dir so nah und doch so fern bist,
suchst du am falschen Ort nach Antworten.

Du kannst das Offen­sichtliche nicht erfahren,
solange du es in deinen Gedanken und Gefühlen suchst.

Allein in der Unmit­tel­barkeit zeigt es sich,
lass dich ein auf das Unbe­wegte im Bewegten.

Darum höre auf zu suchen,
dann wirst du dir dein­er selb­st gewahr.

Versenke dich in den Geist,
mehr ist nicht zu tun.

Streben nach Vollendung

Im Streben nach Vol­len­dung
offen­bart sich uns das Ursprüngliche,
woher wir kom­men und wohin wir streben.

Alles ist bere­its angelegt,
so wie die Blüte im Samenko­rn
die doch erst wer­den muss.

Jedes Sta­di­um schließt alle anderen aus
und existiert doch nicht für sich,
alles trans­formiert sich stetig
und ist den­noch unwan­del­bar.

In diesem Augen­blick existiert
etwas Spez­i­fis­ches und Sicht­bares,
ver­schieden von dem, was vorher war
wie von dem, was später sein wird,
und doch enthält er alles in sich,
alles, was war und alles, was sein wird.

Im Richtigen erlischt das Falsche

Dass es im Falschen nichts Richtiges
und im Richti­gen nicht Falsches gibt,
ver­ste­hen die nicht,
die die Zeit
und damit Ver­gan­gen­heit, Gegen­wart und Zukun­ft
als etwas Wirk­lich­es
und nicht nur als etwas in ihrer Vorstel­lung Existieren­des anse­hen.

Stille

In der unendlichen Tiefe des Augen­blicks 
existiert der gesamte Kos­mos.

Vol­lkommene Stille, 
in der alles Leben geschieht.

Angekommen

Vol­lkommene Klarheit,
kein Wis­sen,
nur Sein.

Weit­er als Wis­sen,
mehr als Ver­ste­hen.

Ergrif­f­en­sein,
Gewahr­sein,
Eins­sein.

Nichts son­st.

Das Wollen aufgeben

Wir müssen das schein­bar Unmögliche wollen,
um uns auf den Weg zu machen.

Erre­ichen wer­den wir es jedoch erst dann,
wenn wir alles Erre­ichen-wollen aufgegeben haben.

Erwachen

Der große, alles entschei­dende Schritt ist,
sich in dem Raum des Möglichen zu wis­sen.

Und nicht nur sich dor­thin begeben zu wollen.

Lebensweg

Mein Weg im Leben
ist wed­er beliebig
noch vorherbes­timmt.

Ihn zu erken­nen
und zu gehen
bin Ich aufgerufen.

In mir finde ich ihn nicht,
allein in Gott offen­bart er sich mir.

Wahre Freiheit

Die Frei­heit meines Wesens ist unan­tast­bar. 
Man mag mich fes­seln, aber ich bleibe, der ich bin.

Immer wieder zeigen uns Men­schen den Weg zu uns selb­st
und damit zur wahren Frei­heit. 

Es liegt an uns, ihnen zu fol­gen.

Das torlose Tor durchschreiten

Du sam­melst und konzen­tri­erst dich,
suchst nach dem sicheren Stand.

Wie der Schütze seinen Bogen,
so spannst du deinen Geist.

Wie der Schütze den Pfeil auflegt
und das Ziel anvisiert,
so richt­est du deinen Geist aus.

Wie der Schütze wartest du
auf den richti­gen Moment,
über­lässt dich ganz dem Dao,
gib­st jegliche Absicht auf
und lässt es geschehen.

So wie der Schütze eins wird mit Pfeil und Ziel,
versenkst du dich in den Geist, wirst eins mit ihm.

Indem er sich ganz aufgegeben hat,
trifft der Schütze in die Mitte der Scheibe.

Gib­st du dich ganz auf,
kehrst du zu dir selb­st zurück,
durch­schre­itest das tor­lose Tor.

Haltung

Mit dein­er Hal­tung ehrst du den Bud­dha in allem.
Du legst die Robe an, um das Dao zu ehren.

So erweckst du den Bud­dha in dir.

Kunst

So, wie sich der Kün­stler
in sein­er Kun­st artikuliert
und sein Inneres aus­drückt
tut es ein jed­er in seinem Tun.

Suche

Suchst du das Angenehme,
wirst du das Wahrhaftige nicht find­en kön­nen.

Suchst du hinge­gen das Wahrhaftige,
wirst du mehr als das Angenehme find­en.

Weg zu sich selbst

Der Weg zu mir selb­st
ist das Streben nach Vol­len­dung.

Es ist nicht die Suche nach dem Ide­al,
son­dern das Streben zu sein, was ich bin.

Sein, was ich in mir weiß,
aber nicht beschreiben kön­nte.

Es existiert nur, wenn ich es bin.

Geist

Raum und Zeit
suche ich zu ent­fliehen
in die Ewigkeit, die ich bin.

Doch wie kann ich dem entkom­men,
was ich bin,
und wie kann ich da ankom­men,
wo ich bin?

Folgen

In jedem Men­schen
ist diese Sehn­sucht
nach Wahrhaftigkeit
und Wesentlichkeit;
die Sehn­sucht,
ganz er selb­st zu sein.

Habe den Mut,
das auch zu sein,
habe den Mut,
anders zu leben,
als andere es tun.

Sei bere­it,
für dich zu ste­hen,
sei bre­it,
dir selb­st zu ver­trauen,
ohne Angst zu leben,
hero­isch zu han­deln.

Mehr als alles andere
frei sein wollen,
bedin­gungs­los ver­ant­worten,
was du tust,
dich allem stellen,
nichts ver­mei­den.

Nichts anderes mehr
darf­st du wollen,
als ganz zu sein,
was du bist.

Das Tao

Das Tao ist in allem,
sagte der Ver­stand.

Ich möchte eins sein mit dem Tao,
wün­schte sich das Herz.

Du bist das Tao,
antwortete der Geist
und lies die Welt in sich hinein.

Bereitschaft

Wenn du bere­it bist, dich auf die Dinge einzu­lassen, wie sie sind, wenn du beri­et bist, dich davon ausle­gen zu lassen und wenn du bere­it bist, dich davon ergreifen zu lassen, dann geschieht die Erfahrung.

Zulassen

Ich frage mich nicht, was ich bin,
son­dern lasse zu, zu sein, wie ich bin,
ohne etwas sein zu wollen, ohne Absicht.

Mit nichts suche ich mein Erleben zu füllen,
mit keinem Gespräch und keinem unnöti­gen Tun.

So befreie ich meinen All­t­ag von Ober­fläch­lichkeit,
schweigend, ohne dabei sprach­los zu sein.

Angekom­men bei mir selb­st
kann ich nun den näch­sten Schritt tun
und nach Vol­len­dung mein­er selb­st streben.

Zufluchtnahme

Ist der Geist des Bud­dha dein Geist,
was soll­test du bedenken müssen?

Fol­gst du dem Dhar­ma,
wem müsstest du noch gehorchen?

Sind die Welt und du eins,
was kön­ntest du mis­sen?

Verständnis

Man muss das Ver­hal­ten der Men­schen ver­ste­hen,
aber man muss kein Ver­ständ­nis dafür haben.
Das gilt auch für das eigene Ver­hal­ten.

Überzeugen

Man kann nie­man­den von etwas überzeu­gen,
der nicht bere­it ist, sich darauf einzu­lassen.

Und auch dann kann man sie oder ihn nicht überzeu­gen,
son­dern nur helfen, eine neue Erfahrung zu machen.

Berufen sein

Berufen zu sein heißt nicht,
dass man auser­wählt wäre.

Es ist sind Wis­sen und Fähigkeit­en,
die uns in die Pflicht nehmen.

Manch­mal sind es auch Ein­sicht­en,
die uns auf­fordern, zu han­deln.

Der Weg

Wer sich berufen weiß,
den bringt nichts von seinem Weg ab.

Zweifel stärken seinen Willen,
Wider­stände machen ihn stark.

Was ihn aufhal­ten will,
lässt ihn höher hin­auf steigen.

Er weiß um seinen Auf­trag,
nach Vol­len­dung zu streben.

Den Weg der Meis­ter­schaft zu gehen
ist ihm eine Verpflich­tung.

Nur so kann er der Welt wahrhaftig dienen.

Der Berufene hadert nicht,
wed­er mit sich oder der Welt,
er tut, was zu tun ist.

Doch nicht jed­er hört den Ruf,
und nicht jed­er fol­gt ihm auch.

Wer aber um den Weg weiß,
der find­et seinen Frieden erst,
wenn er ihn geht.

Führung

Lass dich führen, gib deine Absicht auf.
Sei bere­it zu fol­gen, ver­trau dich an.
Suche nicht nach Grün­den, ver­suche nicht zu ver­ste­hen.
Gib dich ganz dem Tao anheim, versenke dich darin.

Selbstbewusstsein

Wir nehmen die Bewe­gun­gen unseres Kör­pers wahr, sel­ten aber, was uns bewegt. Genau­so nehmen wir unsere Gedanken wahr, sel­ten aber, was uns denken lässt.

Wohlbefinden

Was sich gut anfühlt fühlt sich gut an, weil es uns bestätigt.

Darum scheint Entwick­lung manch­mal so schmerzhaft, ein­fach, weil sie uns unsere Vorstel­lung von richtig als Illu­sion erken­nen läßt.

Sinn

Endet der Kampf, schwindet die Energie, wenn kein neuer Lebenssinn erkan­nt wird. Die Energie entspringt immer einem Sinn.

Abschied

Auch ich lebte in ein­er Schein­welt,
ein­er Welt voller Illu­sio­nen.

Was ich für wirk­lich und wahr hielt,
existierte doch nur in mein­er Vorstel­lung.

Darum kon­nte ich mich nicht find­en,
ging meine Suche nach Selb­sterken­nt­nis in die Irre.

Vie­len Wegen und vie­len Lehren fol­gte ich,
doch keine zeigte mir den Weg zu mir selb­st.

Erst als ich vol­lkom­men verzweifelt war,
gab ich die Suche auf und erkan­nte mich in der Welt.

Doch wie kann ich mir selb­st treu bleiben,
wenn ich mich wieder der Illu­sion anheim gebe?

Ich ver­ließ die Welt der Illu­sio­nen,
auch wenn ich manch­es zurück­lassen musste.

Das Leben lies mir keine andere Wahl,
wollte ich zu meinem Weg zu ste­hen.

Wesentlich will ich sein und wahrhaftig leben,
stets im Ein­klang mit der Welt und dem Kos­mos.

Ich bin noch immer der, der ich war,
wenn auch gewan­delt und manchem fremd gewor­den.

Doch wenn du meinen Worten lauschst,
kannst auch du zur Frei­heit find­en.

Lerne nur, nichts mehr anzuhaften
und nichts bewahren zu wollen.

Dann bist du frei, frei zu sein,
was du in deinem Wesen schon immer warst.

Meisterschaft

Ein Meis­ter han­delt weise,
Wis­sen tran­szendiert er.

Der Weise ist eins gewor­den,
darum begehrt er nichts für sich.

Der Weise wirkt durch sein Sein,
nicht durch seine Absicht.

Keine Zeit!

Tut mir leid, ich meine das auch so,
und ich bedau­re es zutief­st,
aber ich habe wirk­lich keine Zeit!

Ver­ste­hen Sie doch bitte,
dass ich drin­gend weit­er muss
eine wichtige Verabre­dung ruft.

Ich habe eine Verabre­dung mit meinem Leben,
das wartet nicht und geht son­st vor­bei,
ohne dass ich ihm begeg­net bin.

Die Kunst zu sein, was man ist

Der Meis­ter­schüler ist sich bewusst,
dass das Poten­zial zur Meis­ter­schaft 
allein in ihm selb­st liegt.

Er weiß um den inneren Meis­ter,
den es zu ent­fal­ten gilt,
damit sich der Weg zur Meis­ter­schaft zeigt.

Dabei ist  er sich bewusst,
dass »sein« inner­er Meis­ter
nichts anders ist als ein Aspekt
des ewigen Meis­ters.

Darum strebt er nach dem ewigen Meis­ter,
damit sich der innere Meis­ter in ihm ent­fal­tet,
um so zur Vol­len­dung zu find­en,
dem nie erre­ich­baren Ide­al. 

Lebe wie ein Buddha!

Acht­est du den Bud­dha im anderen,
wird er auch in dir lebendig.

Jedes Wesen trägt die Bud­dha-Natur in sich,
so wie auch du sie in dir trägst.

Vor allem aber achte den Bud­dha in dir selb­st,
bewahre die Rein­heit und Schön­heit seines Wesens.

Eins sein

Weiß ich mich eins mit dem Kos­mos,
habe ich zu mir selb­st gefun­den.

Spüre ich die Welt,
spüre ich mich selb­st.

Bin ich des Kos­mos gewahr,
bin ich mein­er selb­st gewahr.

Das ist, was mich aus­macht,
was mich sein und han­deln lässt.

Innere Haltung

Deine innere Hal­tung
definiert den Raum,
in dem du leb­st.

Was du für wirk­lich hältst
bildet deine Real­ität.

Was du denkst
bes­timmt dein Han­deln.

Also frage dich:

Wie willst du leben?
Was willst du erleben?
Was willst du erre­ichen?

Nun erk­läre Gott,
warum du genau das willst
und bitte ihn um seinen Segen.

Selbstvertrauen

Auf der Suche nach mir selb­st
erkan­nte ich die für mich so bit­tere Wahrheit,
dass ich mich nie ver­loren hat­te.

Nein, ich hätte mich nicht ver­loren
und auch nicht mein wahres Selb­st,
ich hat­te mich nur so sehr ver­leugnet,
dass ich mich selb­st vergessen hat­te.

Als ich aufhörte mich zu fra­gen,
wer oder was ich bin,
was meine wahre Natur wäre,
als ich aufhörte,
wieder etwas sein zu wollen,
da erkan­nte ich,
dass ich nichts erre­ichen kon­nte,
weil alles, was ich suchte,
was ich mir für mich erhoffte,
stets gegen­wär­tig war.

Ich musste es nur erken­nen,
erken­nen,
dass ich meine Sehn­sucht selb­st war,
ich musste es nur sein,
darum kon­nte ich es nicht wer­den.

Ich will mich nicht mehr vergessen
und schon gar nicht mehr ver­leug­nen,
ich will sein, was ich bin,
nicht trotzig oder kämpferisch,
son­dern voller Ver­ständ­nis
und voller Mit­ge­fühl.

Wesentlich will ich sein und wahrhaftig,
sein, was ich in mir weiß
und doch nicht in Worte zu fassen mag,
weil Worte das Mys­teri­um meines Lebens
in sein­er Tiefe und Weite nicht zu fassen ver­mö­gen.

Es war die alte Angst,
die alte Angst, nicht zu über­leben,
wenn ich nicht bin,
wie ich sein zu müssen glaubte,
um den Anforderun­gen an mich gerecht zu wer­den,
Anforderun­gen, die ich so sehr verin­ner­lichte,
dass ich glaubte, ich würde nicht leben,
wenn ich ihnen nicht gerecht werde.

Ich glaubte das so sehr,
dass ich darin meine Exis­tenz selb­st sah
und wirk­lich glaubte,
nur so kön­nte ich mir selb­st gerecht wer­den.

Der lange Weg zu mir selb­st
war in Wirk­lichkeit kein Weg,
weil ich trotz allem stets gegen­wär­tig war,
ich erkan­nte nur nicht,
dass ich es auch sein kon­nte.

Erst, als ich dieses falsche Leben nicht mehr ertrug,
fand ich die Kraft und den Mut,
mich mein­er Angst zu stellen.

Nur dage­gen hat­te ich all die Jahre angekämpft,
die Angst, was geschieht wenn ich aufhöre,
irgend­je­man­dem oder irgen­det­was gerecht zu wer­den,
statt zu sein, was ich bin und wie ich bin.

Es war diese Angst,
die ich all die zu fliehen suchte,
in meinem Streben nach Erfolg,
nach Anerken­nung
und auch auf den spir­ituellen Wegen.

Aber ich kon­nte sie nicht besiegen,
ich kön­nte ihrer nicht Herr wer­den,
ich war ohn­mächtig gegen sie.

Erst als ich aufhörte,
gegen sie anzukämpfen,
sie zuließ als etwas, das zu mir gehörte,
das mein Leben aus­machte,
war ich bere­it, mich ihr zu stellen.

Nur so kön­nte ich sie in ihrem Wesen erken­nen,
und nur so kon­nte ich erken­nen,
dass da, wo Angst ist, auch Ver­trauen ist,
Selb­stver­trauen.

Allein im Ver­trauen in mich selb­st
fand ich zu mir selb­st.

Liebe

Du fragst mich,
Ob ich dich liebe,
Doch ich weiß nicht,
Was Liebe ist,
Ich kann es dir nicht sagen.

Was ich die sagen kann ist,
Dass ich mit dir leben will.

Nein, ich will mein Leben nicht mit dir teilen,
Son­dern ich will mein Leben eins wis­sen mit deinem.

Bereitschaft

Wenn du bere­it bist,
dich auf die Dinge einzu­lassen,
wie sie sind,
wenn du beri­et bist,
dich davon ausle­gen zu lassen
und wenn du bere­it bist,
dich davon ergreifen zu lassen,
dann geschieht die Erfahrung.

Suche

Ich suchte nach meinem wahren Wesen,
doch ich kon­nte es nicht find­en,
weil Find­en nur in der Form möglich ist.

Erst als ich aufhörte zu suchen,
würde ich der Essenz gewahr,
jen­seits der For­men, rein­er Geist.

Vollendet sein

Um wen geht es, 
wenn nicht um mich?

Um was geht es,
wenn nicht um das, was ich tue?

Welche Idee ist von Bedeu­tung,
wenn nicht die, die ich denke?

Über wen mir Gedanken machen,
wenn nicht über mich?

Auf wen acht­en,
wenn nicht auf mich?

Vol­len­det sein,
wenn nicht ich?

Und wer da denkt, da spricht ein Ego,
dem sage ich »Honi soit qui mal y pense«!

Suche

Wenn ich mich fragte,
wer oder was ich bin,
dann war das nie die Frage,
wie ich in diesem Augen­blick war.

Es war das Suchen nach etwas,
das ich nicht war, aber sein wollte.
Die Suche nach Selb­sterken­nt­nis,
die Suche nach dem Göt­tlichen in mir,
führte mich immer weit­er weg von dem,
was und wie ich wirk­lich war.

Ich sprach von Illu­sion und schuf eine neue,
wenn auch heilige und beson­dere,
nicht bere­it zu sehen, was wirk­lich war.

Auch das Studi­um der Geset­zmäßigkeit­en
brachte mich nicht zu mir selb­st,
ließ mich mein Wesen nicht erfahren.

Es waren Gedanken, doch keine Erfahrung.

Erst als ich bere­it war, mich zu erfahren,
wie ich war, in diesem Augen­blick,
kon­nte ich auch mein Wesen erfahren.

Meisterschaft ist der Weg

Den Weg gehen kann nur der,
der sich bewusst ist,
dass die Meis­ter­schaft
in ihm selb­st liegt.

Er weiß um den inneren Meis­ter,
den es zu ent­fal­ten gilt,
damit sich der Weg zur Meis­ter­schaft zeigt.

Dabei ist  er sich bewusst,
dass »sein« inner­er Meis­ter
nichts anders ist als ein Aspekt
des ewigen Meis­ters.

Darum strebt er nach dem ewigen Meis­ter,
damit sich der innere Meis­ter in ihm ent­fal­tet,
um so zur Vol­len­dung zu find­en,
dem nie erre­ich­baren Ide­al.

 Im leib­hafti­gen Meis­ter erken­nt er sein Alter Ego,
den, der den Weg schon vor ihm gegan­gen ist,
und er weiß, wenn er den Meis­ter ehrt,
wird er in ihm selb­st lebendig,

Der Meis­ter­schüler ist sich auch bewusst,
dass die Meis­ter­schaft nicht sein Ver­di­enst ist,
dass es etwas ist, das über ihn hin­ausweist,
auf das Ewige und Absolute, das Tao.

Wer diesen Weg geht,
der erken­nt und weiß,
dass es alleine darum geht,
in Ein­klang mit dem Tao zu sein.

Erwachen

Zu dein­er wahren Natur zu erwachen -
was soll daran Beson­deres sein?

Es ist diese Sucht,
etwas Beson­ders sein zu wollen,
die die Men­schen daran hin­dert,
ihre wahre Natur zu erken­nen
und ihr gemäß zu leben.

Erst wenn das Streben zu erwachen
kein Streben nach wer­den mehr ist,
son­dern ein Streben zu sein,
dann zeigt sich der Weg.

Eines

Die Welt ist nicht um mich herum und ich lebe nicht in der Welt.
Das Wass­er des Flusses und ich waren niemals getren­nt.
Die Welt und ich sind eins.

Gewahrsein

Es ist nicht der Wille, der uns bewegt,
son­dern die inneren Bilder, denen wir fol­gen.

In der inneren Stille, ver­sunken im Geist,
macht Gewahr­sein sie sicht­bar.

Freiheit

Wenn ich nach Vol­len­dung strebe,
dann nicht, weil ich per­fekt sein will,
son­dern weil ich ganz ich selb­st sein will.

Alles sein kön­nen, was ich in mir weiß,
das Gute, Schöne und Wahrhaftige.

Das will ich leben und sein,
in vol­lkommen­er geistiger Klarheit
und in unge­bun­den­er, fließen­der Präsenz.

Erst dann bin ich frei,
erst dann bin ich.

Transzendenz

Auf dem Weg der Mys­tik steigt man das Wis­sen der Philosophia peren­nis und der Geset­zmäßigkeit­en wie auf ein­er Leit­er von Stufe zu Stufe zu immer tief­er­en Ver­ständ­nis hin­auf, um sie am Ende zu über­steigen.

Es ist nicht die Wirk­lichkeit an sich, die in dieser Erfahrung tran­szendiert wird, son­dern das eigene Welt- und Selb­st­bild.

Auch Zen ist ein Weg der Tran­szen­denz.

Berufen sein

Der Berufene hört den Ruf des Lebens,
dem er fol­gt und nicht seinem Wollen.

Er hat sein »Ich« ganz aufgegeben,
ohne sich dabei selb­st aufzugeben.

Er ste­ht ganz für sich,
sagt, was zu sagen ist
und tut, was zu tun ist.

Er ste­ht stets zu sich selb­st,
zu seinen Überzeu­gun­gen und Ansicht­en,
er ist bere­it dafür zu ster­ben,
aber er kämpft niemals für sie.

Dieser Augenblick

Dieser Augen­blick birgt all meine Ver­gan­gen­heit in sich,
genau­so wie er meine Zukun­ft in sich birgt.

Es spielt keine Rolle, was war,
genau­so wenig wie das, was sein kön­nte,
alleine das, was ist, ist von Bedeu­tung.

Scheue Wahrheit

Manch­mal ist die Wahrheit so gegen­wär­ti­gen
und doch so schw­er zu erfassen.

Wollen wir ihrer hab­haft wer­den,
entzieht sie sich uns allzu leicht.

Sie ist wie ein scheues Tier,
das vor uns auf der Hut ist.

Dabei sind es doch wir,
die mis­strauen.

Trilogie der Freiheit

Meines Denkens bewusst gewor­den,
surfe ich auf den Ereignis­sen in meinem Leben,
nichts kann mich mehr gefan­gen nehmen.

Meines Geistes bewusst gewor­den,
surfe ich auf meinem Möglichkeit­en,
nichts kann mich mehr begren­zen.

Des Geistes bewusst gewor­den,
bin ich, was ich bin,
bin ich frei, zu sein.

Im Richtigen gibt es nichts Falsches

Beküm­mere dich nicht,
lass all deine Sor­gen ein­fach los,
denn das sind nur Auswüchse falschen Denkens.

Folge ein­fach den Prinzip­i­en,
wende dich ganz vom Falschen ab,
gib dich ohne Vor­be­halt dem Richti­gen hin.

Bedenke, dass es im Richti­gen nichts Falsches gibt,
dass alles Flasche im Richti­gen unmit­tel­bar erlis­cht.

Also mach dir keine Gedanken, was sein wird,
oder was du vielle­icht ler­nen oder machen musst,
son­dern folge ein­fach den Prinzip­i­en des Richtiggen.

Frag nicht, woher du wis­sen kannst, welche das sind,
son­der folge dem, ws du schon als richtig erkan­nt hast.

Du musst aufhören zu fra­gen, was du tun musst,
denn es sind genau diese Fra­gen, die dich fes­seln,
die dich fes­thal­ten in deinen alten Gewohn­heit­en.

Folge ein­fach unbeir­rt und kon­se­quent den Prinzip­i­en,
nichts anderes braucht es, nichts son­st musst du tun.

Lebe die Hal­tung des Namaste, dann wird der Bud­dha in dir lebendig,
folge den Meis­tern auf dem Weg zum ewigen Meis­ter,
dann wird er auch in dir erwachen und sein.

Gib dein Nach­denken und dein Über­legen auf,
versenke dich in den Geist und das was ist,
lebe acht­sam und gegen­wär­tig diesen Augen­blick
und du wirst tun, was zu tun ist, dann bist du, was du bist.

Stirb das Ego!

Ich kann dir deine Angst nicht nehmen
die du fühlst, wenn ich sage »stirb dein Ego«.

Ich kann dir auch nichts Beruhi­gen­des sagen,
oder etwas, dass de Angst erträglich machen würde.

Ich kann dir keine Antwort darauf geben,
was dann in deinem Leben geschehen wird,
und welch­er Men­sch du dann sein wirst.

Ich kann dir nichts Hil­fre­ich­es sagen,
denn da ist nichts Greif­bares,
nichts, worüber sich wirk­lich reden lies.

Deine Angst ist die Angst deines Ego,
es ist die Angst, aus der Vorstel­lung geboren,
etwas zu sein, was du nicht bist.

Doch gegen deine Vorstel­lun­gen bin ich macht­los,
ich kann nur über das reden, was wirk­lich ist.

Ich kann du nur sagen, dass du kein andere sein wirst,
und doch wird alles anderes sein für dich.

Es wird sein wie aus einem tiefen Schlaf zu erwachen,
und du wirst endlich sein, was du schon immer warst,
was du aber in deinen Träu­men nicht zu sein wagtest.

Vol­lkom­men, ein Wun­der des Lebens,
erfüllt vom Geist des Schö­nen, Guten und Wahren.

Gradwanderung

Zu denken, ich sei der Kos­mos, macht mich hochmütig.
Zu denken, ich sei der Kos­mos, macht mich demütig.
Das ist der Grad, auf dem ich wan­dle.

Tun!

Sehen, was ist, genügt nicht.
Man muss auch dem entsprechend han­deln.
Zen zu prak­tizieren heißt daher: Tun, was zu tun ist.

Bewusstheit

Nichts tun wir in dem Sinne wil­lentlich,
dass wir es unmit­tel­bar bee­in­flussen wür­den.

Alles was wir denken oder tun oder zu tun unter­lassen,
nichts kön­nen wir mit einem bewussten Willen gestal­ten.

Wir glauben es zwar oder suchen uns dies einzure­den,
aber dieser »Wille« gehorcht uns nicht, ist nicht unser eigen.

Und doch sind wir dem Geschehen nicht aus­geliefert,
sind keine Sklaven des Schick­sals und des Laufs der Dinge.

Es ist unser Bewusst­sein, das uns tun lässt, was wir tun,
es ist unser Bewusst­sein, das uns lenkt und führt, nichts son­st.

Es ist das Bewusst­sein, das den  Raum eröffnet für das,
was geschehen kann und wozu wir bere­it sein kön­nen.

Doch es ist nicht das  Bewusst­sein, das entschei­det, was wir tun,
son­dern unsere Bewuss­theit, die Kon­se­quenz, des Bewusst­seins.

Wirklichkeit

Zu sehen, was ist, sich einzu­lassen,
ohne irgen­det­was hab­haft sein zu wollen,
das ist der Weg der Erken­nt­nis,
der Weg der Wahrheit.

Anstatt

Sehen, was ist, statt sich Gedanken über etwas zu machen.
Erfahren, was ist, statt etwas Dies­bezüglich­es zu fühlen.

Wesentlich sein

Nichts möchte ich mehr,
als mich selb­st zu ver­ste­hen.

Doch je mehr Worte ich dafür finde,
desto fremder werde ich mir.

Nur wenn ich ganz still gewor­den bin,
habe ich das Gefühl, bei mir zu sein.

Doch es fällt mir nicht leicht,
diese Stille in mir selb­st zu bewahren.

Immer wieder lasse ich es zu
abge­lenkt zu wer­den vom Wesentlichen.

Dann ver­liere ich mich selb­st,
dann bin ich nicht mehr ich selb­st.

Immer deut­lich­er erkenne ich,
dass ich nur im Wesentlichen sein kann.

Das Wesentliche aber macht mich nicht aus,
ich selb­st muss wesentlich sein.

Fülle

Das Schöne, Gute und Wahre in mir selb­st wis­send
offen­bart sich mir der Kos­mos in sein­er ganzen Fülle.

Es geschieht

Wann oder wo, darauf hast du keinen Ein­fluss.
Und auch nicht darauf, wie.

Es geschieht ein­fach.

Es geschieht dir,
ob du es willst oder nicht.

Danach ist nichts mehr, wie es ein­mal war.
Damit musst du klar kom­men.

Auf ein­mal bist du mit­ten­drin. Immer. Ständig.
Du kannst dich nicht mehr zurückziehen.

Alles, was geschieht, bet­rifft dich unmit­tel­bar.
Es ist, als würde es dir selb­st geschehen.

Alles, was dich bish­er von der Welt getren­nt hat
oder dich als von der Welt als getren­nt hat erfahren lassen:
Es existiert nicht mehr.

Alles, was vorher war, existiert nicht mehr.
Und doch ist es noch da, so wirk­lich wir vorher.

Beziehung

Wir fra­gen nach Werten,
suchen nach Sinn,
fordern Moral.

Was wir erleben
wollen wir ver­ste­hen,
suchen es zu erk­lären
und in Worte zu fassen.

Dabei wollen wir doch nur
in Beziehung sein,
zu uns selb­st,
zu den Men­schen
und der Welt.

Selbsterkenntnis

Wir wollen gehört wer­den
- doch hören wir uns selb­st?

Wir wollen gese­hen wer­den
- doch sehen wir uns selb­st?

Wir wollen wahrgenom­men wer­den
- doch nehmen wir uns selb­st wahr? 

Haltung

Wir reden nicht darüber,
wir tun, was zu tun richtig ist.

Wir wollen nicht die Welt verän­dern,
son­dern wir wollen wesentlich und wahrhaftig sein.

Wir wollen keine gerechtere oder friedlichere Welt,
son­dern wir selb­st wollen im Ein­klang mit dem Kos­mos sein.

Antworten

Es ist das Leben,
das mich immer wieder fragt,
ob das, was ich denke und tue
wesentlich und wahrhaftig ist.

Es ist das Leben,
das Antworten von mir erwartet,
Antworten darauf,
wie ich ihm begeg­ne.

Anders sein

Wir sagen, jed­er sei etwas Beson­deres.
Wir sagen, jed­er sei einzi­gar­tig.

Wie kann da ein­er anders sein,
wenn er doch ist wie alle anderen?

Sehnen

Das unbes­timmte Sehnen,
das uns so oft erfasst,
ist die Sehn­sucht nach uns selb­st.

Es ist die Sehn­sucht,
wesentlich zu sein.

Doch erst in der Vol­len­dung 
erfahren wir wahrhaftige Erfül­lung. 

Der Berufene

Der Berufene fol­gt dem Ruf des Tao,
denn er weiß das Tao in sich,
so wie er sich im Tao weiß.

Das ist der einzige Weg,
um wesentlich und wahrhaftig zu sein,
denn nur so lösen wir uns aus Anhaf­tun­gen
und selb­st­be­zo­gen­em Denken.

Der direkte Weg

Um zu uns selb­st zu find­en,
brauchen wir keine Meth­o­d­en
und es gibt nichts, was wir ler­nen müssten.

Stets geht es nur darum zu ergrün­den,
was wirk­lich ist, was wir sich­er wis­sen kön­nen.

Weg der Meisterschaft

Im Streben nach Vol­len­dung
weiß ich um den ewigen Meis­ter.

Auf dem Weg der Bewuss­theit
folge ich dem irdis­chen Meis­ter.

In dem Weg der Meis­ter­schaft
ver­wirk­liche ich den inneren Meis­ter.

Alltag und Praxis

Das Dojo, die Übung­shalle,
in der die Zen-Kün­ste prak­tiziert wer­den,
wird auch »Ort der Erleuch­tung« genan­nt.

Indem ich mein alltäglich­es Leben
zum Dojo wer­den lasse,
wird es für mich zum »Ort der Erleuch­tung«.

Weg des inneren Meisters

Nur dem öffnet sich der Weg zu sich selb­st,
der den Weg des inneren Meis­ters erkan­nt hat.

Es ist die Antwort auf die Frage,
worauf man sich im Leben bezieht.

Ist es der Kos­mos, dann ist der Weg offen.
Son­st nicht.

Den Geist erforschen

Meinen Geist will ich erforschen
in allen seinen Aspek­ten
und Erschei­n­un­gen.

Ihn ganz durch­drin­gend
und mich ganz in ihn versenk­end
erfahre ich mich in meinem Wesen.

Einfluss

Es liegt nicht in unser­er Hand,
den Lauf der Welt zu bee­in­flussen,
es lliegt aber in unser­er Hand,
den Lauf unseres Lebens zu bee­in­flussen.

Der eine Geist

Mir selb­st gerecht zu wer­den heißt,
dem Geist der Welt gerecht zu wer­den.

Mein Wesen zu ergrün­den heißt,
das Wesen der Welt zu ergrün­den.

Es zu wollen genügt nicht,
allein in der Selb­st­versenkung
ver­mag ich den Geist der Welt zu erfahren.

Unveränderliches Wesen

Das Wesen ist stets unverän­dert,
nichts kann es in sein­er Essenz beein­trächti­gen.

Unwis­senheit und Verblendung
mögen den Geist wohl zu ver­schleiern,
doch er selb­st bleibt stets unverän­der­lich.

Dieser gle­ich­mütige Geist
ist unser ewiges und stetes Wesen.

Meditation

Sich versenk­end im Geist
gibt es kein Außen und kein Innen mehr.

Was bleibt ist klares Bewusst­sein,
vol­lkommenes Gewahr­sein,
auss­chließlich­es So-Sein.

Befreiung

Die entschei­dende Frage ist,
ob wir wirk­lich Befreiung
oder nur Erle­ichterung suchen
von den Unzulänglichkeit­en des Lebens.

Es macht den Unter­schied,
ob wir angenehm
oder wahrhaftig leben wollen.

Prägung

»Unbeschrieben« kom­men wir auf die Welt,
unser Wesen ist alles, was uns aus­macht.

In der Begeg­nung mit anderen
machen wir die Erfahrun­gen,
die uns wer­den lassen, wie wir sind.

Es ist aber nicht die Begeg­nung,
die die Erfahrung bed­ingt,
son­dern unsere Ein­stel­lun­gen dazu.

Begegnung

Das Wesentliche ist offen­sichtlich,
wir haben nur ver­lernt dem,
das wir sehen,
zu begeg­nen.

Bedeutet es doch zu respek­tieren,
was wirk­lich ist.

Etwas zu respek­tieren heißt,
damit ein­ver­standen zu sein,
wie es ist.

Ansichtssache

Ich sehe die Dinge, wie ich sie sehe,
die Wahrheit kann ich nicht ken­nen.

Unklarheit oder Beliebigkeit aber
sind ein schle­ichen­des Gift,
das alles Leben erstickt.

Darum lass uns danach streben zu erken­nen,
was wirk­lich ist.

Damit meine ich nicht deine oder meine Wahrheit,
son­dern das, was ger­ade geschieht.

Sein und Sinn

Dem Sein kann kein Sinn gegeben wer­den,
den Sinn des Seins gilt es zu ergrün­den.

Darum find­et sich Sinn für den Men­schen
nicht in der indi­vidu­ellen Exis­tenz,
son­dern allein im Men­sch­sein an sich.

Mit dem Tao fließen

Wenn wir in der Kraft des TTAO sein wollen,
müssen wir aufhören,
gegen irgend etwas Wider­stand zu leis­ten
oder irgend etwas bewirken zu wollen,
im Kleinen wie im Großen.

Wo wir etwas ver­hin­dern oder bewirken wollen,
stellen wir unser Ich gegen das TAO,
denn alles was ist, ist das TAO,
ob es uns nun passt oder nicht.

Also müssen wir mit dem TAO fließen,
was nicht heißt, uns treiben zu lasen,
son­dern die Strö­mung so zu nutzen,
dass sie uns an das Ufer bringt,
das zu erre­ichen richtig ist.

Selbstvertrauen

Im Ver­trauen auf mich selb­st
ver­traue ich auf das, was mich aus­macht.

Dieses Ver­trauen lässt mich erken­nen,
dass Gut­sein im Leben wesentlich ist.

Es ist nichts, was ich erre­ichen müsste,
ist es doch schon immer da und stets möglich.

Es geht alleine darum,
mir dessen bewusst zu sein.

Suche

Immer war ich auf der Suche,
zuerst nach Anerken­nung und Bestä­ti­gung.

Doch weil meine Bedürfnisse nicht befriedigt wur­den
suchte ich nach Erfolg, nach Sta­tus, nach Ein­fluss und nach Macht.

Doch all dies kon­nte die Leere in mir nicht füllen,
bis ich erkan­nte, dass ich in Wirk­lichkeit immer nur mich selb­st suchte.

Ich salb­st war es, dessen ich hab­haft wer­den wollte,
immer war es dieses »Ich«, das ich zu ergrün­den suchte.

Meines eige­nen Wesens wollte ich gewahr sein,
wis­sen, wer oder was ich wirk­lich war, was mich aus­machte.

Erst als ich nicht mehr ver­suchte,
die Leere in mir auszufüllen, kam ich langsam zur Ruhe.

Ich begann zu erken­nen, dass all die Dinge,
die ich für so bedeu­tungsvoll hielt, es in Wahrheit nicht waren.

Also begann ich mich zu fra­gen,
was in meinem Leben wirk­lich von Bedeu­tung ist.

Weil ich aber nichts find­en kon­nte,
gab ich auf in dem Gefühl, mich selb­st aufzugeben.

Das war der Moment, in dem ich zu mir kam.
Ich musste nur alles aufgeben, was ich sein wollte.

Dem Sein folgen

Wo ist ein Ich gibt,
gibt es Wollen
und die Notwendigkeit,
sich zu entschei­den.

Solange es ein Ich gibt,
fol­gen wir unseren Vorstel­lun­gen,
unseren Ansicht­en über richtig und falsch.

Wenn wir aber dem Tao fol­gen,
dann gibt es da kein Wollen mehr
und auch keine Notwendigkeit mehr
sich zwis­chen richtig und falsch zu entschei­den.

Dem Tao zu fol­gen heißt,
eins zu sein mit der Sit­u­a­tion
und nicht nur im Ein­klang mit ihr zu sein.

Ein so zu sein der Sit­u­a­tion heißt,
mit ihr zu fließen und zu sein, nichts son­st.

Empirie

Wenn du nur darüber sprichst und es nicht zur Erfahrung wer­den lässt,
ent­fernst du dich immer weit­er von dem, was wirk­lich ist.

Die Angst überwinden

Du über­wind­est die Angst nicht,
indem du dich abzu­lenken ver­sucht.

Du über­wind­est die Angst auch nicht dadurch,
dass du etwas zu erre­ichen suchst, was dich zu bestäti­gen scheint.

Genau­so wenig über­wind­est du die Angst damit,
dass du in andere oder in dich selb­st ver­traust.

In deinem Streben nach Anerken­nung und Sicher­heit
suchst du die Angst zu über­winden,
doch das wird dir nicht gelin­gen.

Du musst dich dein­er Angst stellen,
sie als Eigenes annehmen.
Erst dann wird sie sich dir offen­baren.

Und du wirst erken­nen,
dass dein Gefühl jemand zu sein
die Angst geboren hat.

In dem Moment, als du dich als existierend erlebt hast,
wur­dest du mit der Endlichkeit dieser Exis­tenz kon­fron­tiert
und die Angst vor dem Tod war für dich zur Wirk­lichkeit gewor­den.

Wenn du aber erkennst, dass da nichts geboren wurde,
was aus sich selb­st her­aus existiert,
dann weißt du auch, dass da nichts ster­ben kann
und die Angst wird erlöschen.

Keine Logik und keine Philoso­phie kön­nen dir helfen,
diese Erfahrung zu machen.

Du musst die mys­tis­che Wahrheit in dir selb­st erfahren,
dann brauchst du die Angst nicht mehr zu über­winden.

In der Erfahrung des Unge­boren­seins
erfährst du dein ursprünglich­es Wesen
jen­seits von Geburt und Tod
und die Angst wird erlöschen.

Die Illusion verlassen

Die Illu­sion, in der du leb­st,
ist ja nicht das »Prob­lem«,
son­dern das, was die Illu­sion erzeugt.

Es sind deine Kon­di­tion­ierun­gen,
Fix­ierun­gen, Iden­ti­fizierun­gen
und unzutr­e­f­fende gedanklichem Vorstel­lun­gen,
die die Illu­sion entste­hen lassen.

Wenn ich also sagen,
dass es nichts zu tun gibt,
um die Illu­sio­nen zu been­den,
dann meine ich das auch so.

Es ist nicht das Han­deln,
son­dern das Denken,
das es zu ändern gilt.

Aus deinem Denken her­aus
entste­ht die Welt, in der du leb­st.

Nichts anderes ist von Bedeu­tung.

Es gibt also nichts anderes zu tun,
als dir dein­er Kon­di­tion­ierun­gen,
Iden­ti­fizierun­gen, Fix­ierun­gen
und gedanklichen Vorstel­lun­gen
bewusst zu sein und ihnen nicht anzuhaften.

Ver­suche nicht, diese aufzulösen
son­dern ergründe die Geset­zmäßigkeit­en
und mache sie zur Grund­lage deines Denkens.

Dann fol­gst du der Wirk­lichkeit
und nicht mehr der Illu­sion.

Ist das Leben paradox?

Das Leben scheint uns para­dox und manch­mal chao­tisch.

Doch das ist es nicht, denn es fol­gt ein­er grund­sät­zlichen Ord­nung.

Doch erst, wenn wir bere­it sind, das Chaos zu ord­nen,
was uns natür­lich nie gelin­gen kann, kön­nen wir diese Ord­nung erken­nen.

Das und nichts anderes ist das Para­dox des Lebens.

Selbsterkenntis

Nichts wün­sche ich mir so sehr,
wie ganz ich selb­st zu sein.

Doch nichts ist für mich so voller Rät­sel,
wie eben dieses »Ich«.

Je mehr ich es zu erken­nen suchte,
desto mehr ent­zog es sich mir.

Mir wurde immer bewusster,
dass ich existierte und doch wieder nicht.

Erst als ich die Suche nach mir auf­gab,
fand ich zu mir selb­st.

Um sein zu kön­nen, was ich mir so sehr wün­schte,
musste ich genau diesen Wun­sch aufgeben.

Doch das war noch nicht das Ende des Weges,
denn nun galt es zu ergrün­den, was wirk­lich ist.

Authentisches Sein

Authen­tisch bin ich,
wenn ich bin, wie ich bin.

Doch das bedeutet nicht,
dass ich tue, wonach mir ger­ade ist.

Ich nehme mich an in meinem So-Sein,
wis­send darum, wie ich sein kann.

Authen­tisch bin ich,
wenn ich meine Schwächen annehme,
denn nur dann kann ich sie tran­szendieren,
nur dann kann ich wer­den, was ich bin.

Orientierung

Wollen wir wahrhaft glück­lich sein,
dann müssen wir uns von uns abwen­den
und zum Tao hin­wen­den.

Wollen wir zu uns selb­st find­en,
müssen wir zum Tao find­en.

Wollen wir wesentlich sein,
müssen wir das Tao sein.

Schatten

Unsere Schat­ten holen uns so lange ein,
bis wir bere­it sind, uns ihnen zu stellen.

Doch wie stellt man sich seinem Schat­ten?

Mann muss sich umdrehen
und dem zuwen­den, das leuchtet.

Aufbruch und Rückkehr sind eins

Ich ging immer weit­er,
von Erken­nt­nis zu Erken­nt­nis,
von Erfahrung zu Erfahrung,
doch nichts änderte sich wirk­lich.

Aher da war etwas in meinem Ver­ständ­nis,
das ich schon immer zu wis­sen schien,
das sich immer mehr zur Gewis­sheit verdichtete.

Es war das Wis­sen um mich selb­st,
das Bewusst­sein um das, was wirk­lich ist,
die Wahrnehmung dessen, was ich im Grunde war.

Nichts musste ich ler­nen,
nichts musste ich erken­nen,
nichts Neues musste ich erfahren,
ich musste mich nur an mich selb­st erin­nern.

Es war eine Rück­kehr,
ein Ankom­men bei mir selb­st.

Den Weg finden

Unser Leben lang,
seit wir denken kön­nen,
stellen wir uns die Frage,
wer wir sind,
woher wir kom­men
und wohin wir gehen.

Wir suchen unseren Platz im Leben,
den Ort, an dem wir zuhause sind,
wo wir gebor­gen sind
und Frieden find­en.

Mit unseren Vorstel­lun­gen
unseren Hoff­nun­gen und Träu­men
suchen wir dieser Sehn­sucht zu begeg­nen.

Was wir tun tun wir nur,
ver­sprechen uns Erle­ichterung,
hof­fen,
unsere Sehn­sucht stillen zu kön­nen,
zumin­d­est hof­fen wir,
das Leben zu meis­ten,
dieses Leben,
das uns oft unver­ständlich
und manch­mal bedrohlich erscheint.

Doch unser Sehnen
wird erst dann gestillt wer­den,
wenn wir uns ganz
unserem inner­sten Wesen zuwen­den
und ihm zu fol­gen bere­it sind.

Präsenz

Sein, was ich zu sein ver­mag,
unver­stellt, mein­er selb­st bewusst,
aus eigen­em Selb­stver­ständ­nis her­aus.

Gedanklich  präzise und klar,
inner­lich stets ruhig und gelassen,
stets sich­er und kon­se­quent han­del­nd.

Ankommen bei sich selbst

Wir fühlen uns so lange heimat­los,
solange wir nicht zu uns selb­st gefun­den haben.

Das und nichts anderes war die Erken­nt­nis des Bud­dha:

Wahrheit kann nur in der eige­nen Exis­tenz gefun­den wer­den.

Persönlichkeit und Wesen

Die Zen-Prax­is lässt uns unsere Per­sön­lichkeit,
aber es stellt die Bedeu­tung infrage,
die wir ihr üblicher­weise beimessen.

Damit wird der Weg frei,
das ursprüngliche Wesen zu erfahren,
die sub­lime Wahrheit unser­er Selb­st.

Das Sub­lime, die Erhaben­heit, das Erhabene,
ist die erfahrbare Größe unseres Seins,
wenn wir bere­it sind, uns dieser Erfahrung zu öff­nen,
bere­it sind, uns auf sie einzu­lassen
und von ihr ergreifen zu lassen.

In der Auf­gabe der eige­nen Reduzierung
der Auf­gabe der Selb­st­be­zo­gen­heit,
der Tran­szen­denz des Eige­nen hin zum Ganzen,
erwachen wir zum ursprünglichen Wesen.

Einfach schweigen

Ein­fach nur schweigen,
nichts kom­men­tieren müssen,
nicht zu allem eine Mei­n­ung haben.

Nur zu mir will ich etwas sagen,
mein eigenes Han­deln reflek­tieren,
statt das der Anderen,
über mich wll ich mir eine Mei­n­ung bilden.

Meinen Geist will ich klären,
mein Leben will ich reflek­tieren,
das eigene Han­deln will ich verbessern.

Ergründen

Willst du das Wesen aller Dinge ergrün­den,
dann musst du dich selb­st ergrün­den.

Du musst aufhören, die Welt ver­ste­hen zu wollen,
du musst ganz und gar dich selb­st ver­ste­hen wollen.

Die Antworten, die du suchst,
find­est du nicht im Außen,
wed­er in weisen Worten,
noch in ein­er heili­gen Schrift und
auch in kein­er wis­senschaftlichen Erk­lärung.

Antworten find­est du alleine in der der eige­nen Erken­nt­nis.

Hast du das ver­standen,
wirst du der Welt gewahr.

Worte

Wenn die Geset­zmäßigkeit­en nicht erkan­nt
und die Prinzip­i­en nicht ver­standen sind,
dann mögen die Worte weise klin­gen,
doch sie sind ohne Sub­stanz.

Über den Weg

Nimm die Erhaben­heit des Kos­mos wahr,
denn sie macht auch dich aus.

Die Wirk­lichkeit des Kos­mos
bist du selb­st.

Den Weg zu gehen heißt
dem Gesetz des Kos­mos zu fol­gen.

Das kos­mis­chen Gesetz ergrün­den
kann man nur in sich selb­st.

Darum ist es von so großer Bedeu­tung,
Geist und Bewusst­sein zu klären.

Um das kos­mis­che Prinzip zu erfassen,
musst du eins wer­den mit ihm.

Ein­mal mit dem Prinzip ver­schmolzen
hat man sich selb­st ver­wirk­licht.

Nichts wird mehr als getren­nt erfahren,
man ist im Fluss mit allem.

Die Welt wird nicht mehr über die Sinne,
son­dern im Geist erfahren.

Das Han­deln fol­gt nicht mehr dem Wollen,
son­dern der Bewuss­theit.

Das Per­son­ale wird tran­szendiert
in das transper­son­ale Absolute.

Ist man diese Schritte gegan­gen,
wird der Weg sicht­bar.

Seelenflug

Als meine Seele des Adlers in den Lüften gewahr wurde,
schwang sie sich empor und stieg mit ihm auf
in immer höhere Höhen, weit­er und weit­er,
und ließ sich vom Wind davon­tra­gen,
dem Hor­i­zont ent­ge­gen.

Doch nach ein­er Weile kehrte sie zurück,
set­zte sich zu dem Frosch an den Teich in meinem Garten
und sprang mit ihm hinein.

Haltung

 Es gibt keine richtige Hal­tung
und es gibt keine falsche Hal­tung.

Es gibt nur die Hal­tung,
die ich ein­nehme.

Die muss alleine ich ver­ant­worten,
es gibt dabei kein Legit­i­ma­tion.

Einzigartig

Wir sind so einzi­gar­tig wie das All, das wir sind.

Doch viele sind Gefan­gene ihrer selb­st,
gebun­den in den eige­nen Vorstel­lun­gen.

Zen

Sein, was ich bin,
ohne Vorstel­lung,
was ich sein kön­nte,
und ohne jegliche Absicht,
ohne etwas sein zu wollen,
nicht ein­mal das, was ich bin.

Methapern

Die Wirk­lichkeit selb­st
lässt sich nicht in Worte fassen,
allein unser Erleben
kön­nen wir zu beschreiben suchen.

Sprechen wir daher über Wirk­lichkeit,
so sprechen wir doch nur über unser Erleben,
über unsere Wahrnehmungen,
die wir allzu leicht für die Wirk­lichkeit selb­st hal­ten.

Sprechen wir also über die Wirk­lichkeit,
so sprechen wir in Meta­phern.

Vergessen wir dies,
was allzu leicht geschieht,
dann wird aus den Meta­phern ein Mythos.

Weisheit

Der Weise hat seine Erfahrun­gen tran­szendiert,
hat das Vorder­gründi­ge durch­drun­gen,
um zum Wesentlichen vorzu­drin­gen.

Ein Übender sein

Was bedeutet es,
ein Üben­der zu sein?

Ein Nicht-Wis­sender,
ein Forschen­der,
ein Fra­gen­der,
der die Antwort in sich wäh­nt
und weiß.

Eine Antwort,
die zu offen­baren
sich ihm wider­set­zt,
bis er erken­nt,
dass er selb­st es ist,
der sich,
sein wahres Wesen,
seine ursprüngliche Natur
vergessen hat.

Liebe und Wahrheit

Die Wahrheit ist wie die Liebe -
man kann sie nicht erre­ichen
und schon gar nicht besitzen.

Indem wir uns ganz aufeinan­der ein­lassen,
uns im freien Geist begeg­nen,
erfahren wir sie als unmit­tel­bare Wirk­lichkeit.

Sie ist die Wirk­lichkeit selb­st,
nach ihr strebend
sind wir in ihr.

Streben nach Vollendung

Im Streben nach Vol­len­dung
wei­hen wir uns dem Größeren,
streben danach, eins zu sein in ihm.

Im Streben nach Vol­len­dung
geben wir uns selb­st anheim,
geben wir unsere Selb­st­be­zo­gen­heit auf.

Im Streben nach Vol­len­dung
kehren wir zu uns selb­st zurück
um zu sein, was wir sind.

Zen-Praxis

Zen zu prak­tizieren bedeutet wed­er,
Zazen zu prak­tizieren
noch Ver­ständ­nis zu entwick­eln
oder Weisheit zu erlan­gen.

Zen zu prak­tizieren heißt,
das Leben unmit­tel­bar zu erfahren.

Darum prak­tizieren wir Zazen,
entwick­eln Ver­ständ­nis
und suchen Weisheit zu erlan­gen.

Zusage

»Nimm mich beim Wort« sagen nur die, die hof­fen,
dass du ihnen nicht auf die Schliche kom­men kannst
und die, die sich ihrer sich­er sind.

Warum?

Warum tun wir, was wir tun,
was wir für richtig
für notwendig,
für logisch,
für selb­stver­ständlich
oder für kon­se­quent hal­ten?

Warum unter­lassen wir zu tun,
was wir tun kön­nten,
aber nicht tun wollen,
nicht zu tun wagen,
nicht tun wollen
oder uns dazu nicht in der Lage sehen?

Was leit­et uns?
Ist es wirk­lich der eigene Wille?

Das Regenbogen-Syndrom

Alle sehen es,
meinen,
es beschreiben zu kön­nen,
sehen es als Tat­sache,
fühlen sich ver­bun­den
in dem gemein­samen Erleben.

Was sehen sie wirk­lich?

Eine Illu­sion,
ein Phänomen,
nichts Wirk­lich­es,
kein­er sieht das Gle­iche
und kein­er kann wis­sen,
was der andere wirk­lich sieht.

Wenige machen sich Gedanken darüber,
was das ist,
was sie ver­meintlich sehen,
was es bedeutet,
dass eine men­tale Repräsen­ta­tion
schein­bar wirk­lich ist.

Nur der aber,
der sich diese® Frage stellt
und diesen Gedanken
zu Ende denkt,
kann die Welt sehen,
sehen was wirk­lich ist,
nicht nur die Welt,
auch das,
was ihn selb­st aus­macht.

Die Welt, wie ich sie sehe

Die Welt, die ich zu sehen glaube
ist nur eine geistige Vorstel­lung.

Spreche ich darüber,
die Welt zu sehen wie sie wirk­lich ist,
dann spreche ich immer nur
über meine Vorstel­lun­gen von der Welt.

Das einzig Wirk­liche,
das einzig Erfahrbare,
ist immer nur diese Vorstel­lung.

Für mich wie für alle anderen Men­schen auch
gibt es nur diese geistige Wirk­lichkeit und Wahrheit,
eine andere Wirk­lichkeit und Wahrheit
ist für uns nicht erfahrbar.

Es geht also nicht darum,
dass ich nie wis­sen kann,
wie die Welt »da draußen« wirk­lich ist,
weil es diese Welt »da draußen« für mich nicht gibt,
son­dern es geht alleine darum,
dass es nur meine Vorstel­lung davon gibt.

Dann ist aber auch der Gedanke,
die Vorstel­lung ein­er inneren Welt
genau­so wenig wirk­lich und wahr
wie die Vorstel­lung ein­er äußeren Welt.

Wenn das so ist,
dann ist es auch nicht mehr
meine Vorstel­lung von der Welt,
son­dern dann ist es die Welt selb­st.

Dann sprechen wir von der geisti­gen Welt,
die ja auch die Vorstel­lung von der Welt ist.

Weder noch

Wed­er will ich etwas suchen noch etwas find­en, 
denn bei­des dient doch nur der unzutr­e­f­fend­en
Vorstel­lung von »Innen« und »Außen«.

Ansichten

Weniges ist schwieriger,
als die eige­nen Ansicht­en auszuhal­ten,
sie nicht auszus­prechen,
son­dern in sich wirken zu lassen.

Alltag — Ort der Praxis

Das Dojo, die Übung­shalle,
in der die Zen-Kün­ste gelehrt
und prak­tiziert wer­den,
wird auch »Ort der Erleuch­tung« genan­nt.

Indem wir unser alltäglich­es Leben
zum Dojo wer­den lassen,
wird es für uns zum »Ort der Erleuch­tung«.

Am Anfang ste­ht das bewusste und wil­lentliche Prak­tizieren,
dem fol­gt die Prax­is der unbe­wussten Konzen­tra­tion,
darauf fol­gt absicht­slos­es Sein.

Zum Ursprung finden

Der Geist des Kos­mos ist der Ursprung von allem,
das ursprüngliche Wesen ist Geist.

Die Kraft des Geistes erwächst mir
in der geisti­gen Samm­lung und Konzen­tra­tion,
in der med­i­ta­tiv­en Leben­shal­tung
und der Beach­tung der Geset­zmäßigkeit­en des Lebens.

Versenke ich mich im eige­nen Geist,
finde ich zum Geist des Kos­mos.

Drei Aspek­te lassen mich den Weg erken­nen:

Streben nach Vol­len­dung, das bedeutet 
den Atem des Kos­mos zu atmen.

Bewuss­theit, das bedeutet 
erfüllt zu sein von dem Geist des Kos­mos.

Meis­ter­schaft, das bedeutet
in mein­er Exis­tenz den Kos­mos zum Aus­druck zu brin­gen.

Weg des Geistes

Nur dem öffnet sich der Weg zu sich selb­st, 
der den Weg des inneren Meis­ters erkan­nt hat.

Der Weg des Geistes offen­barte mir 
die Stärke und Weisheit, 
die größer ist als ich selb­st 
und die mich gle­icher­maßen aus­macht.

Ich erkan­nte, dass der wahre Geg­n­er 
in mir selb­st zu find­en war.

Nur im Sieg über mich selb­st
ver­mag ich inneren Frieden zu find­en 
und Meis­ter­schaft zu erlan­gen.

Da ist kein Wollen und keine Absicht,
ich bin der Weg wie der Weg ich ist.

Die Welt ist gle­icher­maßen Leere und Form,
wed­er ver­bun­den noch getren­nt, 
son­dern Eins.

Konsequentes Handeln

Sel­ten ist es das Wis­sen,
an dem es mir man­gelt,
son­dern es ist der Mut, 
der mir manch­mal fehlt.

Der Mut und die Kraft 
das Richtige zu tun, 
was nichts anderes bedeutet, 
als kon­se­quent zu sein 
im Beacht­en dessen, 
was ich für mich 
als richtig erkan­nt habe.

Darin begeg­net mir 
immer wieder von Neuem 
die Her­aus­forderung, 
das Richtige zu ergrün­den, 
wis­send, 
dass ich es nur in mir selb­st 
erken­nen und erfahren kann. 

Mut

Gerne sprechen wir von Zwän­gen und Notwendigkeit­en,
wenn uns der Mut fehlt, kon­se­quent zu sein.

Weg des Erwachens

Will ich den Weg des Erwachens gehen,
brauche ich dann den Schama­nen,
der mit mein­er Seele spricht,
oder den Guru,
die gelebte Ver­wirk­lichung,
oder den Pan­dit,
der mich die Philosophia peren­nis lehrt,
oder den Meis­ter,
der mich in der Prax­is begleit­et?

Oder brauche ich das alles nicht,
kann den Weg aus mir selb­st find­en,
unmit­tel­bar und direkt,
aus meinem eige­nen So-Sein,
durch eigene Bemühun­gen,
eigenes Wollen
und der Kraft mein­er Gedanken?

Und was,
wenn Schamane,
Guru,
Pan­dit,
Meis­ter
und ich selb­st
nur Aspek­te
des Einen sind?

Weg der Bewusstheit

Der Weg der Bewuss­theit
ist wed­er schw­er noch leicht.

Man darf nur nicht glauben
ihn nicht gehen zu müssen
oder nach Abkürzun­gen zu suchen.

Es ist nicht das Wis­sen
und auch nicht das Ver­ste­hen,
das uns den Weg offen­bart,
son­dern alleine die Prax­is
der Bewuss­theit.

Zu erken­nen, was die Prax­is ist,
ist das Entschei­dende,
das Wesentliche,
ohne das der Weg in die Irre führt.

Doch was ist nun die Prax­is?

Es klingt triv­ial,
mit ‚Bewuss­theit‘ zu antworten,
und doch ist es so.

Kön­nen wir dem fol­gen,
dann wird deut­lich,
welche Fra­gen zu stellen sind,
näm­lich alleine die danach,
was uns hin­dert, bewusst zu sein.

Folgerichtig

Alles, was ich in meinem Leben tat
war für mich stets richtig,
als ich es tat und so wie ich es tat.

Warum sollte ich also damit hadern
oder mir etwas verzei­hen müssen?

Das bedeutet nun wahrlich nicht,
dass ich die Fol­gen mein­er Hand­lun­gen
nicht zu ver­ant­worten hätte
und nicht auch Schuld auf mich geladen
und anderen Leid zuge­fügt habe.

Darum ste­he ich zu dem,
was ich getan habe,
ver­ant­worte mein Han­deln.

Nur, wenn ich nicht anerkenne,
dass es so ist, wie es ist,
nur wenn ich es anders haben möchte
hadere ich mit mir oder mit anderen
oder frage nach dem, der schuld ist.

Alles ist, so wie es ist, richtig
weil folge-richtig,
denn nichts ist ohne Ursache
und nichts bleibt ohne Wirkung.

Ich bin, was ich bin

Wenn mich jemand fragte,
wer ich sei,
antwortete ich
mit meinem Namen,
meinem Beruf,
meinem Alter,
meinem Fam­i­lien­stand,
der Zahl mein­er Kinder
usw..

Bis ich erkan­nte,
dass ich das nicht war,
dass das nichts anderes
als Rollen waren,
Fix­ierun­gen
und Iden­ti­fizierun­gen.

Also machte ich mich auf
auf die Suche nach mir selb­st,
meinem wahren Wesen.

Doch ich kon­nte es nicht find­en,
stattdessen erkan­nte ich,
dass da nichts war,
was mich aus­machte.

Und da begriff ich,
dass ich genau das war,
was ich in diesem Moment bin,
nichts son­st.

Die Wahrheit des Lebens

Die Wahrheit find­est du in keinen Schriften
und in keinen philosophis­chen Gedanken
und auch nicht »in« dir selb­st,
weil du selb­st die Wahrheit bist.

Doch das gilt es erst ein­mal zu erken­nen.

Nur wer das erkan­nt hat,
macht sich auf,
um sich aus allem Falschen lösen.

Wenn du das ver­stehst,
dann ver­stehst du auch,
warum es nichts zu erre­ichen gibt,
was aber nicht bedeutet,
nichts tun zu müssen.

Worum es geht im Leben

»Das«, worum es in meinem Leben geht,
finde ich in kein­er Erk­lärung,
in kein­er Über­legun­gen,
in kein­er Beschrei­bung,
in kein­er Philoso­phie
und auch in kein­er Lehre
son­dern alleine in dem,
was ist.

Selbstfindung

Will ich zu mir selb­st find­en,
muss ich ler­nen,
mich von der Vorstel­lung lösen,
dass es um mich geht,
dass dieses »Ich« von Bedeu­tung wäre
oder dass ich mein­er Leben gestal­ten müsste.

Wed­er macht mich das bedeu­tungs­los
noch zu einem Spiel­ball des Lebens,
vielmehr lässt es mich sein, was ich bin,
näm­lich das Leben selb­st und nichts son­st.

Selbst

Angekom­men im Bewusst­sein mein­er Exis­tenz
frage ich mich, wer ich bin.
füh­le mich hineinge­wor­fen in eine Welt,
in der ich mich als eigen­ständig erlebe.

Doch das kann ich nicht sein,
denn wie kön­nte ich existieren,
wenn nicht alles andere
gle­icher­maßen existieren würde?

Was es heißt, Zen zu praktizieren

Auch wenn das Gute, Schöne und Wahre
die Essenz des Kos­mos ist;
auch wenn alles der eine Bud­dha-Geist ist,
so ist mein Geist doch vielfach verblendet
und durch Unwis­senheit ver­wirrt.

Zen zu prak­tizieren heißt,
den eige­nen Geist von Unwis­senheit,
Ver­wirrung und Verblendung zu befreien,
und es heißt auch, den Geist der Welt zu befreien.

Souveränität

Über den Din­gen des Alltäglichen ste­hend,
unbe­wegt wie ein Fels in der Bran­dung,
doch niemals unberührt.

Präsenz inner­er Stärke,
ohne jegliche Demon­stra­tion,
unmit­tel­bar wirk­end, alleine durch das Sein,
gegrün­det im ursprünglichen Wesen
gelebte Ver­wirk­lichung.

Das ist mein Streben.

Bevor ich handle

Bevor ich han­dle
such ich meinen Geist zu klären
und in mein­er Mitte zur Ruhe zu kom­men,
die nicht meine ist.

Niemals unbe­dacht zu han­deln
oder ein­er Inten­sion zu fol­gen
ist mein Ziel und Anliegen.

Mein Han­deln sei stets ein Dienst
an dem Ganzen und den Men­schen.

Der innere Tempel

Wie oft mache ich mir Gedanken darüber,
was zu tun richtig wäre,
statt mich zu fra­gen,
wie zu sein richtig ist.

So sehr bin ich gefan­gen in der Vorstel­lung,
dass mein Leben daraus beste­ht,
etwas tun und erre­ichen zu müssen,
dass ich oft nicht mehr erken­nen,
dass es darauf nicht ankommt,
son­dern alleine darauf, wie ich bin.

Will ich mir mein ursprünglich­es Wesen bewahren
und mich aus allem Falschen lösen,
dieses Leben aus zweit­er Hand been­den,
dann muss ich zu einem Tem­pel des Kos­mos wer­den.

Shikantaza – nur Sitzen

Zen-Meis­ter Dogen fragte eins,
wozu sich in der Lehre Bud­dhas schulen,
wenn doch alle Lebe­we­sen
bere­its die Bud­dha-Natur haben?

Durch Meis­ter Nyo­jo erkan­nte er,
wie unsin­nig es ist,
nach Erleuch­tung zu suchen
und dass Zen zu prak­tizieren
das Einzige von Bedeu­tung ist, 
ob im Zazen oder beim Schälen der Kartof­feln.

Zen — das bist du in diesem Augen­blick, nichts son­st.

Der Weg ist das Ziel

Wenn der Weg das Ziel
und nur dieser Augen­blick wichtig ist,
dann bedeutet das doch nicht,
dass es da kein Ziel mehr gäbe,
das es zu erre­ichen gilt.

Dann ist das Ziel,
diesen Moment,
diesen Augen­blick
wirk­lich zu erfahren,
den Augen­blick,
nicht mich.

Wirklichkeit und Realität

Irgend­wann geht es darum zu erken­nen,
dass dieses Erleben
nicht die let­z­tendlichen Wirk­lichkeit ist.

So unvorstell­bar es uns erscheint,
so ist doch diese Wirk­lichkeit
nichts anderes als eine Illu­sion
und doch real.

Wahrheit und Dogmen

Die Wahrheit erscheint oft dog­ma­tisch,
weil sie nicht mit sich disku­tieren lässt.

Will ich nicht im Sumpf der Beliebigkeit versinken,
muss ich stets für mich in Anspruch nehmen,
aus der Wahrheit her­aus zu leben,
denn wie kann ich son­st wahrhaftig sein,
wenn ich dies nicht für mich in Anspruch nehmen wür­den?

Daher bin ich aufgerufen,
nicht nur für das einzuste­hen,
was ich für mich als wahr erkan­nt habe,
son­dern es ganz in meinem Sein
zum Aus­druck zu brin­gen.

Der Weg in die Freiheit

Der Weg in die Frei­heit,
denn zu find­en
ich mir so sehn­lich wün­schte,
fand ich alleine
in der Selb­st-Ergrün­dung.

Der Weg der Frei­heit
begin­nt im Wis­sen warum,
wer oder was ich bin.

Solange ich noch andere frage,
was mich aus­macht
solange kann ich nicht frei sein.

Bin ich fest entschlossen,
mich selb­st ganz zu ergrün­den,
kann ich zu dem find­en,
was ich bin
und dann
werde ich frei sein.

Eingeschränkte Sicht

Solange ich die Welt
nur mit meine Sin­nen wahrnehme,
solange ich das für die Wirk­lichkeit hal­ten,
was ich zu sehen, zu hören, zu riechen,
zu schmeck­en und zu fühlen ver­mö­gen.
solange sie also mein eigenes Erleben
für die Wirk­lichkeit hal­ten,
wird mir das Geheim­nis des Lebens
ver­schlossen bleiben.

Dann werde ich die let­z­tendliche Wirk­lichkeit nicht erken­nen,
werde Vergänglichkeit und Unbeständigkeit bekla­gen,
so wie ich den Zer­fall meines Kör­pers betrauern werde,
nicht erken­nend, dass das,
was mich aus­macht,
stets unverän­dert bleibt.

Inneren Frieden finden

Wenn ich mich ein­lasse
auf alles, was ist,
so wie es ist,
ohne etwas anders haben zu wollen,
und ohne es verän­dern zu wollen,
wed­er ablehnend noch hin­nehmend,
son­dern annehmend,
dann bin ich angekom­men
in der Tiefe des Seins.

Alles hin­ter mir lassend,
das Gute wie das Schlechte,
komme ich an im Urgrund des Seins,
und erfahre tiefen inneren Frieden.

Dann bin ich bere­it wieder emporzusteigen,
bere­it, mich von neuem dem Leben zu stellen.

Alles scheint wie vorher,
und doch ist nichts mehr das Selbe,
denn ich bin nicht mehr der Selbe.

Denn ich bin leer gewor­den und bere­it,
mich vom Leben füllen zu lassen.

Selbstgespräch

Erkenne, dass es nichts anderes
in deinem Leben von Bedeu­tung gibt.

Nur das, was du bist.

Hör auf darüber nachzu­denken, was dich an dir stört
und hör auf darüber nachzu­denken, wie du gerne wärst.

Hör auch auf, dein wahres Selb­st zu suchen.

Hör auf nach Erleuch­tung,
nach Erwachen oder
nach Erken­nt­nis zu suchen.

Stattdessen sei, was du bist.

Ver­such nicht weise, liebevoll, gütig
oder mit­füh­lend zu sein.

Wirf all dieses Suchen
und Sein-Wollen über Bord.

Hör auf, nach Weshalb
und Warum zu fra­gen,

sei ganz ein­fach was du bist.

Spürst du die Tiefe und Bedeu­tung
dieses »Nur-so-Seins«?

Da gibt es kein Wer­den mehr,
nur Sein.

Du bist, was du bist.

Muss ich dir noch sagen,
dass das Gute,
das Schöne und
das Wahre,
das du immer gesucht hast
und zu erre­ichen ver­sucht­est,
du selb­st bist?

Du kannst es sein
oder es ver­leug­nen,
aber du kannst es nie nicht sein.

Es gibt für dich
keinen Weg mehr irgend­wohin.

Sei, was du bist in allem,
was du denkst
und was du tust.

Werteverlust

Die Werte sind es nicht,
der Sinn ist es,
der mir ver­loren gegan­gen war.

Das Bewusst­sein für das, was ich bin,
das Bewusst­sein für das, was der Andere ist,
das Bewusst­sein für das Men­sch­sein.

Weil deswe­gen das Zusam­men­leben
nicht mehr funk­tion­iert,
ver­suchte ich es mit Werten,
klappt auch das nicht,
dann mit Moral.

Scheit­ert auch die,
machte ich Regeln Geset­ze
und ver­suchte die Men­schen zu zwin­gen
Men­sch zu sein,
wie ich es mir vrstellte.

Aber das geht nicht,
denn jed­er muss für sich erken­nen,
was er und was das Leben ist.

Doch dazu muss man sich selb­st über­winden,
seine Selb­st­süchtigkeit und Ich­haftigkeit.

So haben es uns schon Lao-Tse
und viele andere Weisen
ins Stamm­buch geschrieben.

Ideale und Leugnung

Emp­fand ich mein Ver­hal­ten als unangemessen,
set­ze ich leicht einen Ide­al dage­gen.

Damit leugnete ich,
dass ich so war,
wie ich nicht sein wollte;
ich löste das Prob­lem nicht,
son­dern ging ihm aus dem Weg.

Das Einzige, das wirk­lich hil­ft
ist zu akzep­tieren,
dass es ist, wie es ist,
was nicht heißt,
dass es so bleiben wird oder muss.

Das Böse

Immer wieder fragte ich mich,
was das Böse in die Welt gebracht hat.

Und ich fragte mich,
was das Böse heilen kön­nte.

Die Liebe, sagen viele,
doch das glaube ich nicht.

Nein, man kann das Böse nicht heilen,
aber man kann es ver­ste­hen.

Ver­ste­hen, was Men­schen so
und nicht anders hat han­deln lassen.

Ver­ste­hen, das bedeutet nicht,
ein­ver­standen zu sein,
aber es bedeutet einzutreten in den Dia­log,
der die Ursachen sicht­bar macht.

Men­schen, die ver­standen wer­den,
haben keinen Grund böse zu sein.

Das ist meine Überzeu­gung.

Und man darf nicht vergessen,
dass das Leid,
das Men­schen
anderen Men­schen
ange­tan haben
niemals gerecht­fer­tigt,
durch nichts getil­gt
und durch nichts wieder gut gemacht
oder aus­geglichen wer­den kön­nte:

Dann sind wir vielle­icht bere­it zu ver­ste­hen.

Wenn wir wirk­lich beri­et sind zu ver­ste­hen,
dann sehen wir, was die Men­schen bewegt.

Es ist die Angst,
die schiere Angst,
zer­stört zu wer­den.

Unten im Tal

Unten im Tal,
zwis­chen all der Geschäftigkeit
war ich der Weite nicht mehr gewahr
und fühlte uns gefan­gen in dieser
all­ge­gen­wär­ti­gen Betrieb­samkeit.

Wenn ich aber die Höhe erk­limme
und auf das Tal hin­unter blicke,
dann ist doch nichts anderes
und doch erscheint mir die Welt
als eine unendliche Weite
von Offen­heit und Frei­heit.

Zen praktizieren

Auch wenn das Gute, Schöne und Wahre
die Essenz des Kos­mos ist;
auch wenn alles der eine Bud­dha-Geist ist,
so ist der Geist der Wesen doch vielfach verblendet
und durch Unwis­senheit ver­wirrt.

Zen zu prak­tizieren heißt,
den eige­nen Geist von Unwis­senheit,
Ver­wirrung und Verblendung zu befreien,
und es heißt auch, den Geist der Welt zu befreien.

Der Weg zu mir selbst

Der Weg zu mir selb­st
ist der Weg zur vol­lkomme­nen Bewuss­theit,
der Weg zur Bewuss­theit mein­er selb­st.

Da gibt es kein Wer­den
und kein Poten­zial, das es zu entwick­eln gilt,
auch wenn es so scheinen mag.

Es ist allein ein Weg der Befreiung,
der Befreiung von dem,
was ich für mein Selb­st gehal­ten habe.

Indem ich mich von dem löse,
was ich zu sein glaube,
indem ich erkenne,
was ich nicht bin,
wirst duw­erde ich
was ich bin.

Je mehr ich mich
aus meinen Vorstel­lun­gen
von mir selb­st löse,
erkenne ich,
was ich schon immer war
und immer sein werde.

Darum suche ich nichts mehr zu wer­den,
denn ich bin es schon,
was ich zu wer­den suchte.

Darum lasse ich mich ein,
lasse mich ausle­gen
und ergreifen vom Leben, wie es ist. 

Zen-Wirklichkeit

Zen zeigt mir die Welt,
so wie sie wirk­lich ist,
in ihrer ganzen Pracht und Schön­heit.

Zen zeigt mir die Wahrheit,
ganz und nicht nur Teile davon,
wenn ich sie sehen will.

Denn zur Wahrheit gehören auch meine Illu­sio­nen,
meine Fix­ierun­gen und Iden­ti­fizierun­gen
und die falschen Vorstel­lun­gen von mir selb­st.

Offene Weite

Sprechen ich von Erwachen,
dann spreche ich nicht davon,
etwas zu ändern in meinem Leben.

Son­dern ich sprechen davon,
aufzuwachen aus den Ver­strick­un­gen meines Geistes
und zurück­zukehren zum leeren Urgrund,
zu vol­lkommen­em Gewahr­sein,
los­gelöst von allen Vorstel­lun­gen,
um frei zu sein wie die Wolken am Him­mel.

Nicht Zen oder meine Prax­is sind von Bedeu­tung,
nicht das Schulen des Geistes,
nicht die Selb­st­wer­dung
und auch nicht die Selb­stfind­ung
son­dern die Befreiung meines Selb­st.

Darum suche ich auch nicht die Leere,
son­dern die Offene Weite,
in der alles enthal­ten ist.

Die Wahrheit des Zen

Die Wahrheit des Zen
ist meine eigene Wirk­lichkeit.

Es gibt keine Wahrheit,
die ich nicht selb­st wäre.

Die Welt, das bin ich selb­st,
alles was ich erlebe
ist Aus­druck meines eige­nen Geistes,
nur eine Bewe­gung im Bewusst­sein
nichts anderes ist wirk­lich.

Rechtes Handeln

Ich fragte und so lange, was richtig wäre zu tun,
bis ich erkan­nte, dass es darauf nicht ankommt. 

Auf mein Han­deln habe ich keinen unmit­tel­baren Ein­fluss,
es geschieht spon­tan, aus der Sit­u­a­tion her­aus,
auch wenn ich glaube, ich kön­nte wil­lentlich han­deln.

Es ist nicht mein Han­deln, das ich bee­in­flussen kann,
son­dern nur das, was meinm Han­deln voraus­ge­ht,
meine Wahrnehmung und mein Denken.

Wie ich die Welt wahrnehme entschei­det darüber,
wom­it ich mich in meinem Denken beschäftige,
und meine Überzeu­gun­gen sind die Matrix,
nach der dieses Denken geschieht.

Folge-richtig

Der Platz, an dem ich mich jet­zt in meinem Leben befinde
ist wed­er durch Zufall noch durch Schick­sal bes­timmt wor­den
obwohl vieles zufäl­lig geschah und mir manch­es vorgegeben ist.

Was mir in meinem Leben begeg­net
das kann ich wed­er bes­tim­men noch kon­trol­lieren
und doch liegt es an mir, was ich daraus mache.

Entschei­dend ist doch, welchem Leben­szweck ich folge
welchen Sinn ich in meinem Leben sehe
und welche Absicht ich ver­folge,
all das, was ich in meinem Leben zu erre­ichen suche.

Erscheint mir mein Leben voller Schwierigkeit­en oder gar wider­sin­nig,
dann muss ich mich nur auf mich besin­nen,
und die Idee von mir selb­st erken­nen, der ich folge.

Denn in dem, was ich als falsch erlebe ist immer auch das Richtige,
wen­ngle­ich im Richti­gen alles Falsche erlis­cht.

Zen-Verständnis

Etwas zu ver­ste­hen, das heißt nicht
den Gedanken oder einen Text
mit Logik und Ver­stand zu messen
und auch nicht ihn einzuord­nen,
zuzuord­nen oder beschreiben zu kön­nen,
son­dern es bedeutet, ganz in ihn einzu­drin­gen.

Ver­ständ­nis entste­ht nicht dadurch,
dass man etwas beschreiben kann,
son­dern dass man dessen unmit­tel­bar gewahr wird.

Worte, Begriffe und Logik ver­mit­teln keinen Sinn,
über den Sinn kann man nicht sprechen,
man kann ihn nur erfahren.

Darum sind auch die Worte, die ich benutze, ohne Sinn
und auch die Sätze, aus denen meine Texte gebildet sind,
bein­hal­ten nichts, was man ver­ste­hen kön­nte.

Wer meine Texte und Gedanken erfassen will,
der muss ihnen in meinem Geist begeg­nen,
die Worte, die Begriffe, die Logik und meine Sprache
sind nicht die Botschaft, die ich jeman­dem schick­en möchte,
son­dern nur das Behält­nis, in den ich den Sinn lege,
in der Hoff­nung, dass er den anderen erre­ichen möge.

Sich versenken im Geist

Mich versenk­end im eige­nen Geist
finde ich zur Klarheit der Bewuss­theit. 

In der Klarheit der Bewuss­theit
finde ich zur wesentlichen Hal­tung.

In der wesentlichen Hal­tung
finde ich zu wahrhaftigem Han­deln.

Im wahrhaftigem Han­deln
finde ich zur wesentlichen Hal­tung.

In der wesentlichen Hal­tung
finde ich zur Klarheit der Bewuss­theit.

In der Klarheit der Bewuss­theit
ist nur noch der eine Geist.

»Prolog«

Wollen wir den Kreis­lauf des Destruk­tiv­en
und Unzulänglichen been­den,
der vielfach schon alltäglich gewor­den ist,
müssen wir all die gesellschaftlichen Erwartun­gen,
all diese Vorstel­lun­gen von richtig und falsch aufgeben
und dem vorder­gründig Ver­ständlichen
und schein­bar Selb­stver­ständlichen
als Recht­fer­ti­gung für unser Han­deln entsagen.

Manche Wege muss man alleine gehen,
auch wenn wenige es einem gle­ich tun wer­den.

Wir müssen bere­it wer­den,
unsere Ide­ale zu leben
statt darüber zu reden
oder von ihnen zu träu­men.

Statt auf den »gesun­den Men­schen­ver­stand« zu hören,
der nichts anderes ist als die Mei­n­ung der Vie­len,
statt dem Main­stream des Nor­malen zu fol­gen,
sind wir aufgerufen, wesentlich und wahrhaftig zu sein
und unser­er geistig-spir­ituellen Intu­ition zu fol­gen.

Philosophia perennis

Es gibt eine ewige Wahrheit,
die sich im Kos­mos
und in allem Leben aus­drückt.

Auch wir sind Aus­druck
dieser ewigen Wahrheit
und darum müssen wir danach tra­cht­en,
sie ganz zu erfassen,
wenn wir ganz wir selb­st sein wollen.

Sich sein­er selb­st bewusst zu wer­den
heißt daher nichts anderes,
als des Kos­mos bewusst zu sein.

Das Viele ist gle­icher­maßen das Eine,
Leere ist Form und Form ist Leere.

Gefüh­le sind nicht wahr
und doch sind sie wirk­lich.

Der freie Wille ist eine Illu­sion
und doch sind wir frei.

Nichts ist deter­miniert
und doch ist alles bed­ingt.

Jedes Wesen ist für sich
und doch existiert keines alleine für sich.

Jedes Wesen wird geboren und stirbt
und doch ist es ohne Anfang und ohne Ende.

Selbstgespräch I

Halte dich nicht auf
mit Fra­gen und Erk­lärun­gen.

Der Sinn offen­bart sich dir
nur unmit­tel­bar,
er liegt im Ver­bor­ge­nen
und ist doch offen­sichtlich.

Du musst dich nur auf das Leben ein­lassen
und dich von ihm ergreifen lassen.

Du musst dich ihm hingeben,
statt etwas erre­ichen zu wollen.

Indem du dich in Dienst nehmen lässt
wirst du frei zu sein, was du bist,
nichts anderes als das Leben selb­st.

Mit anderen Worten

Wir erschaf­fen die Welt nicht,
weil alles, was möglich ist, schon da ist,
unab­hängig von unseren Gedanken und Vorstel­lun­gen,
aber durch unsere Gedanken und Vorstel­lun­gen
entste­ht das, was Real­ität und Wirk­lichkeit ist.

Wir existieren in einem Feld
von Möglichkeit­en und Wahrschein­lichkeit­en,
wir mod­ulieren das Feld,
aber wir erzeu­gen das Feld nicht.

Der GEIST, das Absolute, ist reines Poten­zial,
der bewusste Geist, das Rel­a­tive, real­isiert was ist.

Einsichten

In den grundle­gen­den Gedanken der Philosophia peren­nis
und den Geset­zmäßigkeit­en des Lebens
fand ich die Antworten auf meine (Lebens-) Fra­gen,
die mich schon so lange beschäftigt hat­ten.

Ich musste die Augen dafür öff­nen,
wie das Leben wirk­lich ist,
ich musste ler­nen, acht­sam zu sein,
denn wed­er Schick­sal noch Kar­ma
bes­tim­men mein Leben,
son­dern alleine ich selb­st.

So machte ich die Erfahrung,
dass es nicht darum geht,
was ich glaube tun zu kön­nen
und mein Leben pla­nen zu müssen,
son­dern alleine darum,
zu sein, was ich bin.

Ich hörte auf dem Leben etwas abrin­gen zu wollen,
stattdessen ent­deck­te ich die Fülle,
die ich bish­er nicht wahrgenom­men hat­te,.

Immer klar­er kon­nte ich erken­nen,
dass die Welt allein im Bewusst­sein ist
und dass es allein mein eigen­er Geist ist,
der mein Leben man­i­festiert und real­isiert.

Als ich lernte, mich ganz auf das Leben einzu­lassen,
erfuhr ich mich nicht mehr als von allem anderen getren­nt
und ich erkan­nte, dass es vol­lkom­men unnötig ist,
das Leben meis­tern zu wollen, weil ich selb­st das Leben bin.

Je mehr ich die Erfahrung machte,
dass ich dem Leben nichts abtrotzen musste,
desto mehr kon­nte ich mich vom Leben ergreifen lassen.

Mich vom Leben ergreifen zu lassen,
das ist das Wichtig­ste über­haupt.

Dann hat es eine Tiefe und Fülle,
die sich mit Worten nicht beschreiben lässt.

Dann erken­nen ich, dass das Leben abso­lut ist,
dass es im Richti­gen nichts Falsches gibt
und im Falschen nichts Richtiges,
wom­it offen­sichtlich wird,
was essen­ziell ist.

Im Bewusst­sein der Ein­heit des Seins
suche ich nicht mehr meinen per­sön­lichen Vorteil
son­dern das über­ge­ord­nete Inter­esse
um meine Kraft und mei Poten­zial
ein­er würdi­gen und großen Idee zur Ver­fü­gung zu stellen.

Mehr gibt es nicht zu tun.

Weg der Mystik, Weg des Zen

Ich erkan­nte, wie sinn­los der Kampf war,
dass ich gescheit­ert war in dem Ver­such,
das Leben zu meis­tern.

Darum hörte ich auf, etwas erre­ichen zu wollen,
und über­ließ mich ganz dem Strom des Lebens.

In der Hingabe an die Welt, in dem bewussten Innehal­ten,
erkan­nte ich das Größere, das auch mich aus­macht.

In dieser Erken­nt­nis ver­traue ich mich dem Leben an,
besinne mich auf meinen Urgrund und Ursprung.

Ich entsch­ied mich danach zu streben,
wesentlich und wahrhaftig zu sein,
alles Falsche zu lassen und mich
dem Richti­gen zu verpflicht­en,
auch dies ohne jegliche Ein­schränkung.

In der Versenkung in den eige­nen Geist,
der geisti­gen Samm­lung, der Kon­tem­pla­tion
und der med­i­ta­tiv­en Leben­shal­tung
fand ich zu mir selb­st.

Ich richte mich auf den Kos­mos aus,
wis­send, dass ich darin die Kraft
und den Mut finde, den Weg zu gehen.

Mein ganzes Leben am Kos­mos aus­rich­t­end,
werde ich eins mit ihm, ohne Unter­schied.

Aus dieser Ver­bun­den­heit her­aus
werde ich zum Diener der Wahrheit,
des Kos­mos und der Men­schen.

Alles ist Geist

Was ich als Real­ität erleben
ist wed­er »meine« Wirk­lichkeit
noch ist es eine Illu­sion
son­dern ein geistiges Phänomen.

Diese innere Repräsen­ta­tion
ist die einzige Wirk­lichkeit
und die einzige Real­ität
die es gibt.

Alles, was ich in der Welt zu erleben glauben
geschieht nur im Geist.

Alleine der Geist ist wirk­lich.

Problemsicht

Wir Men­schen haben so anhängliche Prob­leme,
weil wir uns davon zu befreien suchen.

Wir suchen eine Lösung für unser Prob­lem,
statt dass wir die Gründe dafür zu erken­nen suchen.

Was wir als Prob­lem beze­ich­nen,
ist nicht ein­mal eine falsche Sichtweise,
vielmehr sehen wir über­haupt nicht,
was wirk­lich ist.

Wed­er nehmen wir uns selb­st wahr,
noch die Welt oder andere Men­schen,
wie sie tat­säch­lich sind.

Und darum ver­ste­hen wir auch nicht,
wenn man zu uns sagt »Du bist, was du bist!«.

Wir suchen uns zu befreien,
weil wir nicht erken­nen, dass wir frei sind,
nicht frei zu tun, was uns beliebt,
aber frei in einem weit­en Feld von Möglichkeit­en.

Doch nur der inner­lich freie Men­sch ist zu dieser Frei­heit fähig,
denn wer an Vorstel­lun­gen, Iden­ti­fizierun­gen und Fix­ierun­gen haftet,
ist gebun­den an seine eigene Geschichte,
Gefan­gener sein­er selb­st.

Frei wird der, der nichts mehr zu erre­ichen sucht,
der sich ganz auf das Leben ein­lässt,
sich ergreifen und tra­gen lässt,
der sich ganz dem Kos­mos über­lässt.

Wer alles Sein-Wollen aufgegeben hat,
der find­et sich in allem wieder,
frei und unge­bun­den.

Darum ist das Einzige,
was es zu tun gibt,
frei wer­den und sein zu wollen,
frei von sich selb­st.

Eins mit Allem

Erst in der eige­nen Verblende­theit
erken­nan­nte ich den Schatz der Weisheit
und nur der Tod zeigt mir
die Kost­barkeit meines Lebens.
So wie sich die Schön­heit der Welt
erst im Bewusst­sein des Vergänglichen offen­bart.

Suchte ich nur das Glück
und mei­dete das Trau­rige
würde ich nie eins mit allem sein,
würde nie nie bei dir selb­st ankom­men
würde ich nie Erfül­lung find­en kön­nen.

Denn Verblendung und Weisheit
sind genau­so Eines
wie Leben und Tod,
Schön­heit und Zer­fall
Glück und Trauer.

Auf Siddharthas Spuren

Wenn ich den Weg des Erwachens gehen will,
muss ich bere­it sein, mein altes Leben hin­ter mir zu lassen.

Die Dinge und damit mich selb­st ver­ste­hen zu wollen ver­langt,
das Leben nicht mehr nur zu erfahren und zu erleben,
son­dern den tiefen, oft ver­bor­ge­nen Sinn zu ergrün­den.

Nur in diesem imma­nen­ten Sinn,
der sich alleine durch tiefes Betra­cht­en erschließt,
kann ich wesentlich und wahrhaftig sein.

So, wie der ins Wass­er gewor­fene Stein direkt auf den Grund sinkt,
so muss auch ich auf direk­tem Weg und unmit­tel­bar
zur Erken­nt­nis und Ein­sicht gelan­gen.

Mich im eige­nen Geist versenk­end
erlis­cht das Bedürf­nis nach Wis­sen oder Erfahrung,
stattdessen geschieht unmit­tel­bares Ver­ste­hen.

So werde ich ein ander­er,
werde frei von Absicht­en und Ver­lan­gen,
alles Streben und Suchen fällt von mir ab.

Alles hin­ter mir lassend, mich von allem tren­nend,
finde ich zu mir selb­st, um ver­wan­delt zurück­zukehren.

Dann ver­suche ich nicht mehr,
mich selb­st zu ver­ste­hen,
statt dessen erkenne ich, was ich bin.
 
Bei all der Suche und meinem Streben,
des Absoluten gewahr zu wer­den,
hat­te ich mich selb­st ver­loren.

In dieser Erken­nt­nis habe ich mich wiederge­fun­den,
bin zu mir selb­st zurück­gekehrt.

Auf der Suche nach dem Sinn habe ich ihn in mir gefun­den.

Dann sah ich die Welt mit anderen Augen
unmit­tel­bar und voller Bewun­derung,
erfüllt von Demut und Achtung vor allem Sein.

In der Illu­sion der Welt der Erschei­n­un­gen
kann ich nun die Wirk­lichkeit erken­nen,
und der Sinn des Lebens offen­bart sich unmit­tel­bar in Allem.

Ich erkan­nte, wie verblendet ich war
und kann jet­zt sehen, was wirk­lich ist.

Was ich als Täuschung erlebte,
offen­bart sich nun als die Wirk­lichkeit,
denn nicht die Welt und die 10.000 Dinge waren eine Täuschung,
son­dern meine Vorstel­lung davon.

Dann bin ich nicht mehr der, der ich ein­mal war,
habe gel­ernt, ganz für mich zu sein und meinen Weg zu gehen,
frei und unge­bun­den.

Wer will das schon wissen?

Die Welt ist ganz anderes, als wir sie uns vorstellen.
Materie gibt es nicht wirk­lich, nur Geist.

Sagen die Quan­ten­physik­er

Die Wirk­lichkeit und die Real­ität,
in der wir zu leben glauben,
sind nicht wirk­lich und nicht real,
son­dern eine gesellschaftliche Kon­struk­tion.

Sagen die Wis­senschaftssozi­olo­gen.

Wir erleben uns in der Welt als etwas Eigen­ständiges,
als Indi­vidu­um  existierend, getren­nt von allem anderen.
Tat­säch­lich ist das eine vol­lkom­men irrige Vorstel­lung,
denn alles ist ein einziges, in sich dif­feren­ziertes Ganzes.

Sagen die Biolo­gen.

Die Per­sön­lichkeit, das »Ich«, als das wir uns erleben,
ist eine Täuschung.

Sagen die Bewusst­seins­forsch­er

Der freie Wille ist eine Illu­sion,
tat­säch­lich sind wir Gefan­gene unser­er ver­stell­ten Wahrnehmungen,
Kon­di­tion­ierun­gen, Iden­ti­fizierun­gen und men­tal­en Mod­elle.

Sagen die Neu­rolo­gen

Ihr schlaft einen tiefen Schlaf,
ihr seid nicht wach und nicht bewusst
und wacht erst in eur­er Todesstunde auf.
Wacht endlich auf, solange ihr noch lebt!

Sagen die Weisen dieser Welt

Der Geist ist alles.
Was du denkst, das bist du.

Sagt der Bud­dha

Aber wer will das schon wis­sen?

Berufen sein

Der Berufene hört den Ruf des Lebens,
dem er fol­gt und nicht seinem Wollen.

Er hat sein »Ich« ganz aufgegeben,
ohne sich dabei selb­st aufzugeben.

Er ste­ht ganz für sich,
sagt, was zu sagen ist
und tut, was zu tun ist.

Er ste­ht stets zu sich selb­st,
zu seinen Überzeu­gun­gen und Ansicht­en,
er ist bere­it dafür zu ster­ben,
aber er kämpft niemals für sie.

Selbstfindung / Selbsterfahrung

Will ich mich selb­st find­en,
muss ich aufhören danach zu tra­cht­en,
mich selb­st erfahren zu wollen.

In der so genan­nten Selb­ster­fahrung
begeg­ne ich den eige­nen Erfahrun­gen,
dem eige­nen Erleben
nicht aber dem eige­nen Selb­st.

Denn dies ist eben das,
das erfährt und erlebt,
nicht aber das Erfahrene
und auch nicht das Erlebte.

Ger­ade durch die Iden­ti­fika­tion
mit dem eige­nen Erleben
und den eige­nen Erfahrun­gen
ver­liere  ich das Bewusst­sein
für das eigene ursprüngliche Wesen.

Antworten und Lösungen

Antworten und Lösun­gen suche ich dann,
wenn ich aufge­hört habe zu sehen, was ist.

Wenn mir etwas im Leben begeg­net,
das ich nicht ver­ste­hen,
dann bin ich ver­sucht,
nach Lösun­gen zu suchen.

Lösun­gen aber brauche ich nur da,
wo ich etwas falsch mache
und nicht weiß,
was zu tun richtig wäre.

Oder aber ich will ver­ste­hen,
wis­sen, warum und wieso
sich jemand so ver­hält,
wie er es eben tut.

Dann scheint es richtig zu sein,
nach Antworten zu suchen.

Tat­säch­lich ist es so,
dass ich manch­mal Antworten find­en muss
und Lösun­gen notwendig sind,
um das Richtige zu tun.

Meist aber kommt es darauf nicht an,
son­dern allein darauf,
wahrzunehmen, was ist.

Denn immer geht es
um meine Erfahrun­gen
und mein Erleben
und das, was wirk­lich ist
und nichts son­st.

Das, was ich zu erleben oder zu erfahren glaubte
war oft nichts anderes als das,
wovon ich überzeugt war.

Es waren allzu leicht
allein meine Überzeu­gun­gen und Ansicht­en,
die mich sehen ließen, was ich sah,
die mich also auch erfahren ließen, was ich erführ
und erleben ließen, was ich erlebte.

Niemals kann ich mich daraus befreien
von meinen eige­nen Ansicht­en und Überzeu­gun­gen,
ich kann mir aber dessen bewusst sein.

Dann nehmen ich auf eine neue
und andere Art und Weise wahr, was ist.

Die größte aller Illusionen

Die größte aller Illu­sio­nen ist zu glauben,
ich kön­nte das Leben im Griff haben
und Herr mein­er selb­st sein.

Das Leben ist uner­gründlich,
unvorherse­hbar und nicht berechen­bar,
schon gar nicht vom Men­schen kon­trol­lier­bar.

Dabei ist das Leben wed­er sinn­los
noch chao­tisch oder gar feindlich.

Ein Blick auf die Wun­der des Lebens zeigen mir
uner­messliche Fülle und grandiose Kreativ­ität.

Wenn ich aber die Welt und den Kos­mos »betra­chte«,
bin ich nicht mehr gewahr,
dass ich gle­icher­maßen Welt und Kos­mos bin.

Die Fülle und Kreativ­ität, die ich bewun­dere, bin ich selb­st,
ich muss dessen nur gewahr wer­den.

Dann höre ich auf, die Welt und das Leben
zu meis­tern oder gar beherrschen zu wollen.

Wo ich ver­suche, mich zu behaupten und abzu­gren­zen
falle ich aus der Ein­heit des Seins her­aus
und beraube mich meier Möglichkeit­en und Poten­ziale.

Nur im Anerken­nen des Größeren,
dass mich aus­macht,
kann ich ganz sein.

Im Streben nach dem Absoluten
strebe ich nach Vol­len­dung mein­er selb­st.

Zufluchtnahme

Getra­gen von der Güte des Bud­dhageist
Geführt und geleit­et von der Wahrheit des Dhar­ma
Gebor­gen in der Schön­heit des Seins aller Wesen

Vorbehaltslosigkeit

Nur wenn ich mir vor­be­halt­los begeg­ne,
bere­it bin, mich so wahrzunehmen, wie ich bin
und nicht, wie ich mir zu sein wün­sche,
kann ich mein Wesen erken­nen.

Denn es gibt in let­zter Kon­se­quenz
kein wahres und kein falsches Wesen.

Das Leben ist, wie es ist

Das Leben ist, wie es ist
und doch liegt es allein in mein­er Hand.

Ich bes­timme, wie ich lebe,
nicht fremde Mächte oder das Schick­sal.

Nicht die Umstände herrschen über mich,
son­dern ich selb­st entschei­de,
was die Dinge für mich bedeuten.

Nicht die ver­meintliche Real­ität lässt mich han­deln
und bes­timmt, was ich tue, son­dern ich selb­st.

Es ist mein eigen­er Geist,
der mich denken und han­deln lässt,
wie ich denke und han­dle.

Ich bin frei und unge­bun­den,
nichts und nie­mand bes­timmt über mich,
ich entschei­de stets ganz für mich selb­st.

Mein eigen­er Geist erschafft meine Wirk­lichkeit,
nicht die Ereignisse in meinem Leben,
ich allein bes­timme, was geschehen wird.

Mein Geist ist es, der bes­timmt,
wie ich die Dinge erlebe.

Alles entste­ht im Geist,
nichts ist vorherbes­timmt.

Zur Freiheit verdammt?

Sein­er selb­st bewusst gewor­den
ist der Men­sch befre­it vom Instinkt des Tieres
und damit gle­icher­maßen
in die Frei­heit sein­er selb­st ent­lassen.

Eine Frei­heit,
deren er oft zu fliehen sucht,
die darin liegende Ver­ant­wortlichkeit scheut,
weil er sich, ganz auf sich selb­st gestellt,
über­fordert wäh­nt.

In der Gnade,
die im gewährt wurde,
sieht er eher eine Last
als einen Weg zu sich selb­st.

Andere wieder
reklamieren diese Frei­heit nur für sich,
wollen nur die Frei­heit,
nicht aber die ihr innewohnende
Ver­ant­wortlichkeit und Verpflich­tung.

Daher liegt der Weg nicht
in dem Streben nach Frei­heit
son­dern in dem Streben nach Bewuss­theit,
denn der Men­sch ist stets frei,
Herr sein­er selb­st.

»Offene Weite, nichts von heilig.«

Alles ist möglich, doch nichts ist beliebig.
Alles ist bed­ingt, doch nichts ist vorherbes­timmt.
Alles fol­gt dem Gesetz, doch nichts ist fest­gelegt.
Alles ist in Bewe­gung und ist doch in sich unbe­wegt.
Alles ist das Eine, und doch ist jedes für sich.
Alles wird erschaf­fen und ist doch schon immer vorhan­den.

Freiheit und Glück

In viel­er­lei Hin­sicht
haben die Men­schen Frei­heit­en erlangt.

Sie haben sich befre­it
aus gesellschaftlichen Kon­di­tion­ierun­gen,
aus wirtschaftlichen Abhängigkeit­en,
und vielfach von den Ein­flüssen der Natur.

Und trotz­dem wäh­nen sich die Men­schen nicht frei,
sie sind nicht glück­lich­er als ihre Vor­fahren
die ein beschw­er­lich­es Leben führen mussten.

Viele Men­schen leben im Über­fluss
und trotz­dem erlei­den viele Elend,
Hunger, Durst, Krieg und Not.

Was ist das aber für eine Frei­heit
und was ist das für ein Glück,
das nur dem Einzel­nen gilt und nicht allen?

Darum liegt unsere Frei­heit,
unsere wahre Frei­heit,
in der Unab­hängigkeit von uns selb­st,
in der Frei­heit von Ego­is­mus
und Selb­st­be­zo­gen­heit.

Dann liegt unser Glück darin
dem Kos­mos, dem Leben
und den Men­schen
zu dienen.