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Mysteriöse wunderbare Welt

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Mit dem Paradox leben

Wissenschaft kann viel, sie kann aber nicht die Probleme unseres Lebens lösen. Aber sie kann uns fraglos helfen, das Problem zu erkennen. Zwar nicht lösen, aber immerhin. Wahrzunehmen heißt zu differenzieren, wenn wir sprechen, differenzieren wir, ebenso, wenn wir über etwas nachdenken.

Noch problematischer wird es, wenn wir die Dinge fragmentieren, also voneinander trennen. Doch genau das versuchen wir in der Mediation zu überwinden. Nur warum ist das notwendig, jedenfalls für viele? Weil wir das Gefühl nicht loswerden, in einer Matrix zu leben und die Dinge an sich kaum zu verstehen.

Da beschäftigen wir uns lieber mit Vordergründige , statt dass wir lernen würden, den Dingen ernsthaft auf den Grund zu gehen. Und man bricht Achtsamkeit im wirklichen Wortsinn herunter, man wartet wie gebannt auf etwas, das sich ereignen soll, man hat ein Ziel, doch das kann man überhaupt nicht erreichen, weil es kein Ziel gibt.

Und so werden sinnvolle Prinzipien zur Methode, wodurch man sie ihres Sinns beraubt. Aber nicht nur das, man zerstört auch die Möglichkeiten, die man nutzen könnte. Es ist endlich Zeit für Deep-mindfulness, wie Gerd Scobel es so wunderbar formuliert hat, es ist Zeit für wirkliche Meditation, wirkliche Versenkung und zwar nicht nur Freitagabend von 20 bis 21 Uhr.

Und es ist Zeit Tacheles zu reden. Und das heißt dialogisch reden. Jede Methode, jedes Konzept, jede Theorie, all das sind nur Krücken, um endlich laufen, rennen und tanzen zu können. Das heißt auch denken zu lernen, um aus unserer Unmündigkeit heraus zu finden (Kant wäre begeistert). Doch da sollten wir nicht stehen bleiben, sondern erfahren, dass wir sehr wohl auch denken durch nicht-denken können.

Nur so überwinden wir das Gefühl, mit dem Ich in einen schwarzen Loch des Bewusstseins zu sitzen. Aber darüber zu sprechen ist das eine, es zu praktizieren, zu verifizieren und es anzuwenden, das ist andere. Wie gesagt, Sprache beruht auf Unterscheidung, Achtsamkeit und Meditation beruht auf dem Fallenlassen aller Unterscheidungen.

Jede Erklärung ist keine Erfahrungen und insofern erst einmal ein Papiertiger. Und darüber muss man reden, auch wenn man nicht weitergeben kann, was immanent schon immer da ist. Das nicht Begriffliche, das nicht Unterscheidbare, das keine Existenz in sich hat, aber überall existiert und im Hier und Jetzt erfahren werden kann, begegnet uns ganz alltäglich in seiner Vielfalt.

Wir leben in der Einheit, aber wir sehen sie nicht. Einheit ist keine Metapher, sondern eine Tatsache. Und das macht die Welt aus, all das Schöne, Wahre und Gute. Es gibt keinen Weg. Aber man muss ihn gehen.

Im Leben geht es um keinen individuellen Sinn, sondern darum, Mensch zu sein. Doch das bedeutetet erst einmal zu erfassen, was ein Mensch ist, jenseits seiner wissenschaftlichen Beschreibung. Wenn ich diesen kosmischen Sinn auch im Menschen erfassen kann, ergibt sich „mein“ Sinn ganz von selbst.