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Bewiesen oder nicht?

Es gibt vieles, was wir nicht beweisen können, wofür aber vieles spricht, dass es so ist. Es wäre also ein gravierender Fehler, nur nach dem „Beweisbaren“ zu suchen. Lieber auch mal Unmögliches denken! Doch genauso falsch ist es, jede Idee einfach mal so als wahr anzunehmen.

„Damit das Mögliche entsteht, muss immer wieder das Unmögliche versucht werden.“ Das sagt Hermann Hesse wie viele andere Denker und Philosophen auch. Und uns hat es oft über scheinbar unüberwindbare Hürden geholfen.

Etwas Neues zu denken heißt, die bisherige Ordnung in unserem Denksystem zu destabilisieren. Und diese Destabilisierung scheuen wir üblicherweise ziemlich, denn damit ist auch eine „Erschütterung“ unseres Weltbildes und damit auch unseres Selbstbildes verbunden. Dazu gehört auch, als was wir Intelligenz und Bewusstheit ansehen.

Wenn wir uns den kunstvollen Flug eines Adlers anschauen oder das klimatechnische Wunderwerk eines Termitenbaues, dann fragt man sich schon, wie so mit relativ wenig Gehirn ausgestattete Tiere zu solchen Intelligenzleistungen fähig sind. Intelligenz ist also nicht notwendig eine Frage der Gehirngröße, und umgekehrt kann man von einem großen Gehirn nicht unbedingt auf hohe Intelligenz schließen.

Betrachtet man sich dann noch Berichte über „terminale Geistesklarheit“, dann kann einem schon die Idee kommen, dass „unsere“ intuitive Intelligenz und „unsere“ Bewusstheit nicht wirklich in unserem Körper erzeugt, sondern vielleicht „nur“ empfangen werden (wobei hier nicht das „Eins-und-eins-ist-zwei- Bewusstsein“ gemeint ist).

Wenn dem aber so wäre – und das Gegenteil ist ebenso schwer zu beweisen – dann müssen wir auch empfangsbreit sein. Es ist wie bei einem Radio. Ist das Gerät aus oder ist der Sender nicht richtig eingestellt, kommt nichts an. Aber all das beginnen wir erst zu ahnen, verstehen können wir es noch nicht wirklich. Aber wie sagte doch Meister Eckhart?

Gott ist immer in uns,
nur wir sind selten zu Hause.

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