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Der Glaube an das „Ich“

Ja, das Thema ist eine echte Herausforderung. Nicht für Ihr Gehirn, eher nur für Ihr Ego. Pardon, wenn ich das so direkt anspreche. Aber es ist so. Und ich sage das auch auf die Gefahr hin, dass viele mich dann nicht mehr mögen werden.

Dabei berufe ich mich nicht etwa auf philosophische oder mystische Traditionen wie etwa Chan / Zen, nein, ich berufe mich auf die Wissenschaftler, vor allen die Neurowissenschaftler. Die haben nämlich immer das „Ich“ im Gehirn oder sonst wo gesucht, aber sie haben es einfach nicht gefunden.

Es gibt dieses „Ich“ einfach nicht. Es ist nur eine Einbildung, eine Illusion, dass es diese Instanz in uns Menschen gäbe, die sagen könnte „ich will, ich kann, ich glaube, ich denke, ich mache, ich, ich, ich … . Als Illusion ist dieses „Ich“ natürlich vorhanden, vorausgesetzt, wenn wir glauben daran. Aber es ist eben eine Illusion. Und die kann nichts tun, absolut nichts, es ist ja nur eine Erscheinung, keine Realität.

Wenn Sie also denken, „ich mache das jetzt ganz anders“, dann bedeutet das leider, dass es da kein „Ich“ gibt, dass die Kontrolle über diesen Veränderungsprozess hätte. Und genau deswegen beleibt es meist wie es ist. Nur wenn glückliche Umstände hinzukommen, etwa wenn man pleite gegangen ist, der Partner einen rausgeworfen hat oder ein neuer eingezogen ist, glückliche Umstände eben, dann hat man eine echte Chance auf Veränderung.

Aber nicht wegen des „Ich“ und weil das das angeblich will. Wenn Sie also etwas anders wollen, und das zu denken beziehungsweise die Notwendigkeit zu erkennen, das können wir, dann sorgen Sie unbedingt dafür, dass Sie den gestarteten Prozess auch unter Kontrolle bekommen. Unkontrollierte, also ungesteuerte und ungeregelte Prozesse klingen leider wahnsinnig schnell wieder ab. Und das war’s dann auch schon mit der Veränderung.

Also übertragen Sie die Kontrolle um Himmels Willen nicht Ihrem „Ich“, das tut nämlich nichts, weil es nichts tun kann. Die Kontrolle kann nur von außen kommen. Seien Sie phantasievoll! Ein Tipp: Nehmen Sie das Ergebnis vorweg und seien Sie, wie Sie sein wollen. Wollen Sie klar denken, sorgen Sie für ein entsprechendes Umfeld.

Falls Sie sich fragen, warum Sie das nicht schon früher gesehen haben, ganz einfach. Weil wir in der Konvention leben und unsere Stacheln selten ausfahren. Wir tun dann zwar den anderen nicht weh, dummerweise aber auch uns selbst nicht. Denn es tut ganz schön weh, wenn man mit einem mal merkt, wie bescheuert man in Wirklichkeit ist.

Pardon, aber es ist nun einmal bescheuert, ich kann es nicht anders nennen, wenn man sich sozusagen selbst an eine Illusion abgibt, einer Illusion die Kontrolle über sich selbst gibt.

Diese Gedanken rund um das „Ich“ sind der Anfang jeder wirklichen Veränderung. Dieses „Problem“ in den Griff zu bekommen, das ist die Lösung des gordischen Knotens. Den kann man ja entweder zerschlagen, so die Legende, oder man schaut genau hin und zieht den Stift heraus, der alles zusammenhält.

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