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Weiter im Text!

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Das Medium ist die Botschaft

Es gibt also kein „Ich“, das eine wie auch immer geartete Kontrolle über mich und meine internalen Prozesse haben könnte. Doch ich bin dem keineswegs hilflos ausgeliefert. Ich muss nur bereit sein, sozusagen über Bande zu spielen. Wenn direkt nicht geht, dann eben indirekt.

Damit endete der erste Abschnitt dieser Texte, hier will ich ihn noch einmal aufgreifen. Wir, also die, die sich damit bechäftigen, wissen mittlerweile, dass „Das Medium die Botschaft ist“ – und nicht etwa der Inhalt. McLuhan hat das für Facebook, Google & Co vorausgesagt, bevor es die überhaupt gab.

In einer Kultur, in der es ganz selbstverständlich geworden ist alles aufzusplittern und zu teilen, um sie unter unsere Kontrolle zu bekommen, ist es eine Katastrophe, wenn man erkennt, dass die Botschaft sich gar nicht mit dem Inhalt, sondern nur durch die Form transportiert wird.

Was Sie hier beispielsweise gelesen haben, ist eine Reihe von Gedanken, die Sie aber nur deswegen lesen können, weil ich ihnen eine adäquate Form gegeben habe. Ich habe mir mal den Spaß erlaubt, einen Text,
ähnlich einem Gedicht
in einzelne Zeilen umzubrechen,
was zu dem faszinierenden Ergebnis führte,
dass die meisten der Leser und Leserinnen
den Text viel ansprechender fanden.

Ich hatte einfach die Form geändert, mehr nicht, der Inhalt aber, der bei dem Gegenüber „ankam“, war offensichtlich ein ganz anderer. Exakt dasselbe Phänomen erlebe ich bei der Gestaltung meiner Website. Entscheidend für die Frage, wie sie ankommt, ist nicht der Inhalt, sondern die Form. Auf csszengarden.com findet sich eine perfekte Darstellung, bezogen auf Websites. Oder in dem Buch "Presentation Zen" von Garr Reynolds. Es ist definitiv die Form, die die Musik macht, nicht der Inhalt!

Auch IBM erkannte, dass ihre Tätigkeit nicht die Erzeugung von Bürobedarf oder Büromaschinen ist, sondern die Verarbeitung von Information ist. Und organisierten sich entsprechend neu. Doch was hat das mit Ihnen und mit uns zu tun? Es ist die Form, die ausmacht, was bei dem Gegenüber ankommt und nicht etwa der Inhalt, Das Gleiche gilt übrigens auch für Physiker. Je genauer man hinschaut, desto mehr verschwindet Materie und desto deutlicher tritt die Form in den Vordergrund.

Doch wir dürfen nicht den Fehler machen, der leider sehr oft vor allem in der Wirtschaft gemacht wird, und Form wie Inhalt als getrennte Dinge ansehen, sondern wir müssen sie als Eins erkennen. Will ich also einen spezifischen Inhalt, brauche ich auch die dem entsprechende Form. Das eine gibt es nicht ohne das andere.

Dass ich, will ich also etwas ändern, bei der äußeren Form anfange, hat seinen einfachen Grund darin, dass ich da leichter ran komme. Mehr aber auch nicht. Für die Form brauche ich wiederum nur Prinzipien. Das ist alles.

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