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Sprache und Rituale

„Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.“ So hat es Ludwig Wittgenstein in seiner Logisch-Philosophischen Abhandlung formuliert. Niels Bohr, ein renommierter, philosophierender Quantenphysiker, sah das ebenso und ergänzte, man könne die Unzulänglichkeit von Sprache überwinden, so wie man mit unsauberem Wasser und einem angeschmutzten Geschirrtuch einen sauberen Teller hinbekomme.

Es ist leider so, dass wir das, was wir nicht in Worte fassen können, auch nicht denken können; allenfalls können wir es dumpf spüren. Wie jemand spricht und worüber, macht meist schnell deutlich, wie er so denkt. Nicht im Detail, aber die Zielrichtung wird deutlich.

Unsere Sprachen sind national und regional sehr unterschiedlich. Dementsprechend verschieden denken wir. Doch das können wir überwinden, wenn wir Wörter und Begriffe nicht als „real existierende Dinge“ ansehen, sondern als Beschreibungen von etwas, das wir „an sich“ nicht fassen können.

Sprache und alles was damit einhergeht ist unser gewaltigstes Ritual. Im Grunde genommen sind wir selbst ein einziges Ritual. Wie wir mit den Dingen umgehen, ob mit anderen oder uns selbst bis hin zur Gestaltung unserer Wohnräume - ein einziges Ritual.

Hier begegnet uns auch das faszinierende und leider sehr selten wahrgenommene Phänomen, dass nämlich die Form den Inhalt definiert. Wir wissen das von McLuhan, ein leider nicht sonderlich angenehmer Zeitgenosse, aber hier hatte er Recht: Die Form Medien macht den Inhalt.

Das gilt für jede, wirklich jede Art von Medien. Die Form, das Gefäß bestimmt, welcher Inhalt darin transportiert werden kann. Nicht anderes gilt für einen Diskurs, eine Diskussion, ein Gespräch oder einen Dialog.

Form ist Ritual und Ritual ist Form.
Der Inhalt folgt gehorsam!

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