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Mich einlassen auf das Leben

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Konsequenz

Wenn es also kein „Ich“ gibt, das real existieren könnte, und nicht nur in meinen Gedanken, dann bedeutet das, dass ich weder etwas wollen, können, kontrollieren, lieben oder hassen könnte. Ich könnte keine Wut haben, könnte mich nicht freuen und könnte mich nicht langweilen.

Diese Aufzählung könnte noch endlos weitergehen. Dieses „Ich“, das will, kann, empfindet und so weiter, das gibt es überhaupt nicht. Doch das ist nicht so einfach, sich von dieser „Ich“-Illusion zu lösen, es ist überhaupt schwer, das gedanklich umzusetzen, denn das wird allein durch unserer Sprache gewaltig behindert, eine Sprache, die ganz selbstverständlich von einem Personalpronomen ausgeht, das es in Wirklichkeit nicht gibt.

Natürlich ist da wollen, können, kontrollieren, lieben, hassen, empfinden, freuen und wütend sein. Doch da ist kein „ich“, nichts, das sich damit identifizieren könnte. Was einen ganz anderen Umgang mit all diesen Empfindungen auslöst.

Wenn es nichts gibt, das sich mit einer Empfindung oder was auch immer identifizieren könnte, dann bedeutet das auch einen ganz anderen Umgang mit meinem Gegenüber. Zwischen ihm und mir ist dann nur eine Art Hecke, durchlässig und durchscheinend, aber wir leben dann nicht mehr in voneinander isolierten Welten.

Eine Grenze kann ich überschreiten, dazu braucht es nur einen kleinen Schritt, und auch durch eine Hecke komme ich hindurch, wenn auch vielleicht ein wenig zerkratzt, aber ich komme durch, eine Isolierung jedoch kann ich nicht überwinden, die kann ich nur zerstören.

So lange ich an die Isolierung glaube, so lange werde ich die Gedanken des Chan als zerstörerisch erleben. Doch habe ich diese Gedanken wirklich verstanden, dann ist das keine Zerstörung mehr, sondern eine Befreiung.

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