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Mich einlassen auf das Leben

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Ich, ein Konstrukt

Der Denker ist ein Produkt des Denkens und nicht dessen Urheber – auch wenn wir uns für etwas halten, was hinter den Gedanken, hinter den Wahrnehmungen steht. Die Ich-Existenz ist nichts anderes als eine Zusatzannahme, die jedoch in der Erfahrung nicht gegeben ist. Nur ein Prozess und letztlich eine Illusion. Das Ich-Gefühl entsteht alleine dadurch, dass ich mich mit meinen Gedanken und Wahrnehmungen identifiziere.

Durch die andauernde und permanente Identifikation mit Gedanken und Wahrnehmungen entsteht die Vorstellung über uns selbst. Es ist und bleibt aber keine Wirklichkeit! Und diese Gewohnheit krallt sich dann alles, was im Geist so auftaucht, inklusive körperlicher Empfindungen, die mir vorgaukeln, dass ich „ich“ wäre. Und diese fundamentale Täuschung lässt mich ein Außen und ein Innen erleben. Was ganz nützlich sein kann, was es jedoch nicht richtig macht.

Ich existiere nur, weil alles andere auch existiert, wobei ich mal dahingestellt sein lasse, was „Existenz“ überhaupt ist. Eigentlich nur eine Beschreibung. Aber all das darf man nicht einfach glauben, man muss es verifizieren, sonst macht man sich dieses Denken nicht zu eigen. Das Ich, der Beobachter, kann seines eigenen Grundes nicht gegenwärtig sein, kann sich selbst nicht auf den Grund schauen.

„Ich“ bin also nur der Beobachter, der sich selbst nicht wahrzunehmen in der Lage ist. Ich bin auch der Denker, der sich selbst nicht denken kann. Wenn wir unmittelbar realisieren, dass keine geistige Substanz (Ich, Beobachter, Subjekt etc.) zu finden ist, dann können wir die ganze Sucherei lassen. Da wird kein Erlebender sein, den wir finden könnten, nur das Erleben, das Denken, das Fühlen. Diese Einsicht ist die Erfahrung der Leerheit. Wenn man also Kensho, das wahre Wesen, die eigentliche Natur zu erkennen sucht, kann man ganz schön in die Irre gehen, einfach deshalb, weil es da nichts zu finden gibt.

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