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Mich einlassen auf das Leben

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Wissen alleine genügt nicht

Wenn man das begriffen und nicht nur intellektuell verstanden hat, dann kann man damit anfangen, das in sein Denken zu integrieren. Doch was brauchen wir, um die Welt erfahren zu können, sie sehen zu können? Dazu brauchen wir ein „Gefühl“ (!!) von Raum und Zeit. Ohne diese Struktur wird einfach kein Bild aus der Welt. Raum und Zeit sind definitiv keine elementare Dimension der Außenwelt, es sind grundlegende Dimensionen des Bewusstseins. Falls Sie jetzt auf die Idee kommen, dass Sie sich die Welt nur vorstellen würden, liegen sie ganz richtig. Aber Vorsicht, das ist nicht das Ende der Leiter! Nur behauptet Zen nicht, die letzte Antwort geben zu können.

Rot kann ich nicht sehen, wenn ich rot nicht denken kann. Ein faszinierendes Mysterium! All die Eigenschaften, die Dinge scheinbar haben, muss ich erst denken, genauso wie der Umstand, dass es Dinge sind. Was nichts anderes bedeutet, als dass auch erst einmal der Erfahrende gedacht werden will, dieses ominöse „ich“, will ich denn überhaupt etwas erfahren. Es fängt damit an, dass ich mir vorstelle, dass ich denke … . Was nichts anderes bedeutet, als dass der Verstand die Wirklichkeit (und mich selbst gleichermaßen) überhaupt nicht erfassen kann.

Langer Rede kurzer Sinn: Mittels Vernunft lassen sich metaphysische Fragen nicht beantworten.

Wie auch immer man es formuliert, die erfahrbare Welt ist nur ein Produkt meines Geistes, wobei ich schon bei der Bezeichnung dieses Geistes als meinen gewaltig ins Stolpern komme. Aber wie dem auch sei, das Ganze hat einen ungemein positiven Aspekt: Was ich errichten kann, kann ich auch wieder abbauen. Täuschende und verzerrende Vorstellungen könne auch wieder überwunden werden – bis hin zu den Überzeugungen und Grundeinstellungen, die mein gesamtes Selbst- und Weltbild und die Struktur meines Bewusstseins selbst umfassen. Schließlich habe ich sie ja selbst erfunden. Sozusagen.

Diese Möglichkeit zur Überwindung täuschender Vorstellungen und die damit verbundenen Einsicht in das wahre Wesen der Wirklichkeit ist die Essenz des Zen-Weges. Wenn Sie also gefragt werden, ob ein Baum ein Geräusch macht, den keiner hört, dann wissen Sie jetzt die Antwort! Aber sagen Sie bloß nicht, dass er kein Geräusch macht! Was wir als Phänomene wahrzunehmen in der Lage sind ist immer von uns selbst abhängig. Es gibt für mich keine Welt außerhalb meiner selbst.

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