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Die Welt und ich - kein Unterschied

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Vorbilder

Bruce Lee und Jiddu Krishnamurti sind für mich Vorbilder, einfach deshalb, weil es zwei unermüdliche Kämpfer für Freiheit waren.

Ich werde mich nie bewegen, wie Bruce Lee es konnte. Aber ich folge seinen Überzeugungen. Gegen Ende seines Lebens hatte er den Glauben an das Konzept eines starren Systems von Kampfstilen, Techniken und Strategien völlig verloren. Seine Maxime „Benutze keinen Weg als Weg - habe keine Grenze als Grenze" erinnert daran, dass uns alle Wege offen stehen, solange wir uns keiner bestimmten Schule oder Doktrin verschreiben.

Lee hielt die effektivste Art zu kämpfen für genau die, die für einen selbst am effektivsten ist. Unterschiedliche Temperamente, Körperformen und athletische Möglichkeiten machen einen individuellen Ansatz nötig. Für Lee gab es deswegen auch nicht die eine Methode, die allen weiterhelfen würde. Gleichzeitig war er überzeugt, dass jede feste Methode - wenn man an ihr dogmatisch festhält - am Ende allen schaden werde.

Die Philosophie ist simpel: Mach einfach das, was für dich funktioniert. Doch das stand nicht im luftleeren Raum, sondern war getragen von einer grundlegenden Ethik. Lee war der Auffassung, dass es in der Verantwortung eines jeden liege, für sich selbst herauszufinden, welche Techniken ihm liegen und welche nicht. Seine Gedanken dazu waren einfach: Nimm die Dinge, wie sie sind. Leere deine Gedanken! Sei ohne feste Gestalt und Form, so wie Wasser. Wenn man Wasser in eine Tasse füllt, wird es zur Tasse. Füllt man es in eine Flasche, wird es zur Flasche, füllt man es in einen Teekessel, wird es zum Teekessel. Wasser kann fließen, oder es kann zerstören.

Geist hat nie die selbe Form, so wie auch das Wasser nicht; er nimmt unterschiedliche Zustände an, von ganz weich und fließend bis hin zu ganz fest und starr. Und wenn der Aspekt des Geistes in uns fließend ist, dann definiert er sich nicht selbst, weird nicht starr, sondern er fließt mit ihr. Ich nenne das immer geistiges Aikido. Doch wenn der Geist hart wird, so wie Wasser zu Eis werden kann, dann kann er zerstörerisch werden.

Bruce Lee knüpft darin an die Lehre von Jiddu Krishnamurti an, der im Alter von 34 Jahren in seiner berühmten Rede den Orden des Sterns des Ostens auflöste, den er eigentlich führen sollte. Krishnamurti lehnte jegliche Form von Doktrinen, Dogmen, philosophischen Systemen und organisierten Religionen. Sein zentraler Gedanke war, dass die Wahrheit ein pfadloses Land ist und dass es keine Pfade gibt, die zu ihr hinführen.

Aber es geht nicht darum, irgend jemanden zu kopieren, sondern es geht darum der zu sein, der wir sind, also einzigartig und originell, anstatt irgendwelchen Trends zu folgen. Es geht darum, selbstständig zu denken, anstatt blind anderen Meinungen zu folgen. Sowohl Bruce Lee als auch Krishnamurti waren absolute Verfechter von Freiheit: Während sich Krishnamurti dabei auf Fragen der Philosophie und Religion bezog, zeigte Bruce Lee, wie man sich auch in Auseinandersetzungen frei von Dogmen und Bedingungen bewegen kann.